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Börsenjahr 2026: Wenig Wachstum, viel Unsicherheit – die Chance für Sachwerte?
Was Anlegerinnen und Anleger im Jahr 2026 erwartet.
2025 war ein überraschend starkes Börsenjahr: Trotz Handelszöllen, geopolitischer Spannungen und wachsender Verschuldung legten die Finanzmärkte kräftig zu.
Als US-Präsident Trump im April neue Handelszölle ankündigte, gerieten die Märkte unter Druck. Erst Übergangsfristen und Nachverhandlungen sorgten für Entspannung. Die geldpolitische Unterstützung der Zentralbanken tat ihr Übriges – und liess die Kurse im zweiten Halbjahr wieder ansteigen.
Die Folgen der US-Zollpolitik werden auch 2026 zu spüren sein. In den USA dürfte die Inflation wegen der gestiegenen Importpreise nochmals anziehen. Gleichzeitig zeichnet sich ab, dass die US-Industrie weiter an Dynamik verliert.
Schweiz und Europa: durchwachsene Aussichten
Auch in Europa und der Schweiz bleibt das Umfeld anspruchsvoll. Schweizer KMU spüren die Zölle von 15 Prozent ebenso wie den schwächeren Dollar, der sich seit Anfang 2025 um zehn Prozent abgewertet hat. Für exportorientierte Unternehmen bedeutet das spürbare Wettbewerbsnachteile.
Mit einem geschätzten Wirtschaftswachstum von 1 Prozent liegen die Aussichten für die Schweiz wie auch für Europa im moderaten Bereich. Ein Ende des Ukrainekriegs wäre dagegen ein Lichtblick und würde die Stimmung an der Börse stark verbessern.
Künstliche Intelligenz: Ist der Boom bald vorbei?
Besonders spannend bleibt die Entwicklung im Technologiesektor. 2026 wird zeigen, ob sich mit künstlicher Intelligenz nachhaltig Geld verdienen lässt – oder ob die Erwartungen massiv zu hoch geschraubt waren. Die zunehmende Verschuldung vieler KI-Unternehmen ist ein Warnsignal.
Da Technologiewerte fast 40 Prozent des S&P 500 ausmachen, hätte ein Kursrückgang spürbare Auswirkungen auf den gesamten US-Markt. Eine vorsichtige Haltung gegenüber US-Aktien scheint daher ratsam.
Sachwerte bleiben attraktiv
Schweizer Aktien mit soliden Dividenden bleiben attraktiv, ebenso Branchen wie Pharma und Medtech. Daneben bieten Schwellenländer Chancen – insbesondere rohstoffreiche Staaten, die vom weltweiten Energiebedarf profitieren.
Mit Obligationen lassen sich 2026 kaum Kursgewinne erzielen, da in der Schweiz vorerst keine weiteren Zinssenkungen zu erwarten sind. Dennoch bleiben sie ein wichtiges Element im Portfolio – denn eine breite Diversifikation ist im neuen Jahr wegen der grossen Unsicherheiten entscheidend.
Sachwerte wie Immobilien und Gold empfehlen sich weiterhin ebenfalls als Beimischung: Schweizer Immobilienfonds erzielen rund zwei Prozent Ausschüttung, während bei Gold nach den Höchstständen von 2025 ein weiteres – wenn auch kleineres – Plus zu erwarten ist.
Portfolio fitmachen fürs neue Jahr
Fazit: 2026 wird ein Jahr, das Aufmerksamkeit verlangt. Starke Marktbewegungen können ein Portfolio schnell aus dem Gleichgewicht bringen. Umso wichtiger ist es, zu Jahresbeginn einen gründlichen Vermögens-Check vorzunehmen. Das schafft Klarheit, stärkt die eigene Anlagestrategie und hilft, im unsicheren Marktumfeld die richtige Balance zu halten. So bleibt das Portfolio auch 2026 auf Kurs.