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Frauen und Vorsorge
Wie Frauen Vorsorgelücken im Alter vermeiden können
Vermögen, das rein auf Sparkonten geparkt wird, verliert durch die Inflation stetig an Wert, wenn der Sparzins tiefer ist als die Teuerung. Umso wichtiger ist es, Ersparnisse so anzulegen, dass sie wachsen. Dies gilt auch in der Vorsorge. Während Männer ihr Säule-3a-Guthaben häufiger in Wertschriften investieren, zeigt sich bei Frauen deutlicher Nachholbedarf – dabei wäre dies speziell für sie von grosser Bedeutung.
Die Altersvorsorge in der Schweiz deckt über die AHV und die Pensionskasse lediglich etwa 60 Prozent des letzten Einkommens ab. Diese Grundlage reicht selten aus, um im Ruhestand den gewohnten Lebensstandard zu halten. Insbesondere Frauen stehen vor zusätzlichen Herausforderungen: Teilzeitarbeit, Erwerbspausen aufgrund von Familienarbeit und niedrigere Einkommen führen zu finanziellen Lücken, die es mit gezielter privater Vorsorge zu schliessen gilt. Ein prüfender Blick auf die individuelle Vorsorgesituation ist daher unerlässlich.
Altersvorsorge ist «Paar-Sache»
Auch Paare sind gefordert. Finanzielle Entscheidungen zu Themen wie Heirat, Elternschaft oder Arbeitsaufteilung haben weitreichende Auswirkungen auf die Altersvorsorge – trotzdem sprechen nur 56 Prozent der Paare laut Raiffeisen Vorsorgebarometer aktiv über diese Themen. Dabei gilt: Frühzeitige Planung und gemeinsames Handeln zahlen sich langfristig aus.
Frauen sind weniger risikofreudig
Zudem zeigt sich, dass Frauen oft zurückhaltender in Investmentfragen agieren. So investieren lediglich 26 Prozent der Frauen ihr Säule-3a-Guthaben in Wertschriften, verglichen mit 35 Prozent der Männer. Diese Zurückhaltung kann jedoch kostspielig sein. Gerade die Säule 3a bietet attraktive Möglichkeiten: Durch den Zinseszinseffekt und steuerliche Vorteile lässt sich über die Jahre ein solides Vermögen aufbauen. Selbst kleinere Beträge können hier Grosses bewirken. Aufgrund der geringen Verzinsung auf dem herkömmlichen Säule-3a-Konto ist eine renditeorientierte Anlage in Wertschriften empfehlenswert.
Sinnvoll ist dabei eine langfristige Anlagestrategie, da diese über die Jahre Marktvolatilitäten ausgleichen kann. Fonds-Sparpläne ermöglichen zudem regelmässige Einzahlungen, was die Hemmschwelle für den Einstieg senkt. Mit einem Vorsorge Fonds-Sparplan investieren Sie regelmässig den gleichen Betrag in Fondsanteile. Je nach Preis der Fondsanteile ändert sich die Anzahl der erworbenen Anteile. Bei hohen Preisen erwerben Sie weniger Anteile, bei tiefen Preisen mehr. So erzielen Sie einen vorteilhaften Durchschnittspreis und minimieren das Risiko, zu einem ungünstigen Zeitpunkt zu investieren.
Frauen, die im Schnitt vier Jahre länger leben als Männer, sind dabei besonders gefordert, ihre Ersparnisse frühzeitig und gezielt für die Altersvorsorge einzusetzen.
Der sogenannte Gender Pension Gap unterstreicht die Dringlichkeit: Frauen erhalten im Durchschnitt 44 Prozent weniger Rente aus der Pensionskasse als Männer. Viele Frauen, die Teilzeit arbeiten, können sich zudem die Einzahlung des Maximalbetrags in die Säule 3a oft nicht leisten, da aufgrund des Teilzeitpensums weniger liquide Mittel zur Verfügung stehen.
Eigenverantwortung ist hierbei entscheidend. Wer sich informiert und rechtzeitig investiert, legt den Grundstein für eine sorgenfreie finanzielle Zukunft im Alter.
Mit einer professionellen Beratung und gezieltem Finanzwissen können Frauen es schaffen, finanzielle Handlungsspielräume zu vergrössern und Altersarmut aktiv vorzubeugen. So stellen sie die Weichen für ein finanziell selbstbestimmtes Morgen.