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20.09.2023

Inflation: Warum sie so schnell nicht verschwinden wird

Den Gürtel enger schnallen ist gut, Vermögensschutz ist besser
Wir merken es im Supermarkt, an der Tankstelle oder wenn wir Ferien buchen: Fast alles ist teurer geworden. Mit dem gleichen Geldbetrag können wir uns heute weniger leisten als noch vor zwei Jahren. Für viele ist diese spürbare Teuerung eine neue Erfahrung. Aber ein Blick zurück zeigt: Inflation ist historisch betrachtet nichts Ungewöhnliches – im Gegenteil. Ungewöhnlich war eher die Phase relativ stabiler Preise während der letzten 25 Jahre.

 

Diese Preisstabilität hing unter anderem mit Produktionsverlagerungen ins Ausland zusammen. Das senkte die Kosten der Betriebe und hielt die Preise tief. Mit der Pandemie endete diese Phase. Unternehmen erlebten hautnah, wie verletzlich ihre weltweiten Lieferketten sind. Heute produzieren viele wieder näher am eigenen Standort in Ländern mit höherem Lohnniveau: zum Beispiel in Osteuropa statt in China. Diese Verlagerung trieb die Produktionskosten und damit auch die Preise in die Höhe.

 

Höhere Zinsen bremsen die Inflation
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) wirkt diesem Anstieg entgegen. Ihre Aufgabe ist es, für Preisstabilität zu sorgen. Dazu hat sie Ende März den Leitzins erneut erhöht. Momentan liegt dieser bei 1.5%. Höhere Zinsen bedeuten erhöhte Kreditkosten. Viele Unternehmen überdenken deshalb ihre Investitionspläne und stellen diese zurück. So kühlt sich die Wirtschaftsdynamik langsam ab und die Preise sinken wieder.

 

Demografischer Wandel befeuert die Teuerung
Ist der Spuk also bald vorbei? Wahrscheinlich nicht. Denn verschiedene Faktoren werden die Inflation auch künftig befeuern. Da ist einerseits die Überalterung der Gesellschaft. Die Pensionswelle bei den Babyboomern wird den Fachkräftemangel weiter verschärfen, für steigende Löhne sorgen und damit auch die Preise in die Höhe treiben.

Andererseits dürfte auch die Energiewende zum Inflationstreiber werden. Massive Investitionen sind nötig, damit erneuerbare Energien das relativ billige Erdöl und Erdgas ersetzen können. Laut Schätzungen wird die Energiewende bis 2050 zwischen 0.5% und 1% zusätzlicher Inflation verursachen.

 

Geld investieren, Kaufkraft erhalten
In dieser Situation raten wir Ihnen: Denken Sie nicht nur an den Einkaufskorb und die monatlichen Rechnungen. Zwar entlasten Sie das Haushaltsbudget, indem Sie bei Strom, Heizung oder Wocheneinkauf den Gürtel enger schnallen. Aber mit Blick auf die Zukunft ist es vor allem wichtig, Ihr Vermögen zu schützen. Denn 50'000 Franken, die man einfach auf einem Sparkonto liegen lässt, sind bei einer Inflationsrate von 3% nach 20 Jahren nur noch gut die Hälfte wert.

 

Um diesen Wertverlust zu verhindern, sollten Sie Ihr Vermögen anlegen. Wenn Sie es langfristig investieren können, sind Anlageklassen wie Aktien, Obligationen, Immobilien und Gold sinnvoll. Das gilt auch für die Vorsorge: Ab einem Anlagehorizont von zehn Jahren empfehle wir Ihnen, die Gelder aus der 3. Säule in Vorsorgefonds mit einem hohen Aktienanteil anzulegen. So stehen Ihre Chancen gut, dass Sie die Inflationsrate mehr als kompensieren können. Und Sie sparen erst noch Steuern!