Wirtschaften in Krisenzeiten

Sieben Faktoren um Krisen zu meistern

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Die Corona-Pandemie zwingt Schweizer KMU, ihre Geschäftsmodelle zu überprüfen. Gefragt sind innovative Ideen und Flexibilität. Stärken Sie mit sieben Faktoren die Krisenresistenz Ihres Unternehmens und bleiben Sie im neuen Normal erfolgreich.

 

Krisen beschleunigen den Wandel

Die Corona-Pandemie hat viele KMU vor riesige und vielfältige Herausforderungen gestellt. Unterbrochene Lieferketten, Betriebsschliessungen, wegbrechende Umsätze und Home Office sind nur einige davon. 

Dennoch hat sich gezeigt, dass die meisten Unternehmerinnen und Unternehmer wandlungsfähig durch die Krise gehen: Über drei Viertel der von Corona stark betroffenen Schweizer KMU haben ihre Geschäftsmodelle angepasst. Bei den meisten davon dürfte der Richtungswechsel die Krise überdauern.

Eine Befragung von Firmeninhabern und Selbständigen im Herbst 2020 ergab zudem: Etwa ein Drittel intensivierte bereits in den ersten Pandemiemonaten die Anstrengungen zur Kundengewinnung. Ebenfalls knapp ein Drittel investierte in Digitalisierung und Automatisierung. Es bewahrheitete sich einmal mehr, dass Krisen den Wandel beschleunigen: Im Vordergrund stehen und standen dabei insbesondere die Digitalisierung von Prozessen – sowohl intern innerhalb der Unternehmen als auch extern mit den Kunden.

 

7 Tipps, um Krisen besser zu meistern

Es gibt einige Faktoren, die Unternehmen helfen, Krisen besser durchzustehen. Laut einer Studie der Berner Fachhochschule stärken die nachfolgenden sieben Faktoren die Krisenresistenz:

 

1. Sorgen Sie für ein breit aufgestelltes Lieferantennetzwerk und genug Lager

Unternehmen mit einer hohen eigenen Wertschöpfung und einem breiten Lieferantennetzwerk kamen besser durch die Krise. Negativ wirkte sich hingegen die Abhängigkeit von nur wenigen Projektpartnern und ausländischen Lieferanten aus. So konnte beispielsweise der krisenbedingte Wegfall vorgeschalteter Wertkettenglieder dazu führen, dass Rohstoff- und Materiallieferungen aus Übersee ausblieben. 

 

2. Diversifizieren Sie Ihr Kundenportfolio und setzen Sie auf unterschiedliche Vertriebskanäle

Krisenresistente Unternehmen bedienen unterschiedliche Kundengruppen und haben wiederkehrende Aufträge bzw. Umsätze. Dagegen sind Unternehmen mit wenigen, hauptsächlich grossen Kunden sowie Firmen, die ihren Fokus auf nur ein Marktsegment richten, in herausfordernden Zeiten schlechter aufgestellt.

 

3. Bauen Sie Ihre digitale Kommunikationsinfrastruktur aus

Wenn Läden und Showrooms geschlossen und Messen abgesagt sind, lassen sich Kunden nur schwer erreichen. Umso wichtiger ist es dann, über verschiedene Kanäle zu verfügen. Zentral ist dabei insbesondere die Kundenansprache über digitale Kommunikationswege wie beispielsweise über die sozialen Medien.

 

4. Fördern Sie digitale Arbeitsmodelle wie Homeoffice

Durch die Pandemie wurden viele Arbeitnehmende gezwungen, zu Hause zu arbeiten. Das setzt auf der Unternehmensseite entsprechende infrastrukturelle und organisatorische Rahmenbedingungen voraus: zum Beispiel bezüglich Hardware wie Laptops oder Tablets, Remote-Zugängen zu Firmendaten oder für die Nutzung kollaborativer Tools. 

 

5. Diversifizieren Sie Ihre Einnahmequellen

Klumpenrisiken, sei es auf der Seite der Produkte oder Kunden, erhöhen das wirtschaftliche Risiko. Eine höhere Diversifikation sowie eine orts- und zeitunabhängige Ausweitung des Angebots, beispielsweise in Form von Lieferdiensten oder digitalen Services, sind nicht nur in der Krise von Vorteil. 

 

6. Sorgen Sie für eine langfristig geregelte Finanzierung

Unternehmen mit einer hohen Liquidität fällt es leichter, Krisen durchzustehen. Geringe Fixkosten, optimierte Prozesse sowie das Nutzen von Finanzierungsformen wie Leasing oder Crowdfunding helfen dabei.

 

7. Seien Sie kreativ und offen für Veränderung

Organisatorische Flexibilität befähigt Unternehmen, Krisen besser zu meistern. Dazu zählen eine umfassende Veränderungsbereitschaft und die Fähigkeit, auch unter Einschränkungen kreative Lösungen zu finden.