Fremde Märkte verstehen

So ticken Amerikaner

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«How do you do?» Die Amerikaner und ihr geliebter Smalltalk. Warum Sie diesen nicht unterschätzen und mit was Sie ihn nicht verwechseln sollten lesen Sie hier.

Skyline von New York

So ticken Amerikaner: Gepflogenheiten und Geschäftspraktiken für eines der wichtigsten Exportländer auf einen Blick.

Meetings: Time is money

  • Lange Meetings sind in den USA nicht üblich. Getreu dem Motto «Time is money» werden sie kurz gehalten.
  • Kommen Sie überpünktlich zu Meetings, denn diese starten auf die Minute genau. Zuspätkommen gilt als unprofessionell und zeugt von schlechtem Zeitmanagement.
  • Amerikaner schätzen es, wenn man weiss, was man will und ihre Zeit nicht verschwendet. Deshalb sollten Sie mit klaren Vorstellungen in ein Meeting gehen.

 

Verhandlungen: Schnell und auf den Punkt

  • Amerikaner können erstaunlich schnell zu einem Geschäftsabschluss kommen. Es ist nicht unüblich, dass sie bereits beim ersten Treffen einen Vertrag schliessen. Seien Sie deshalb von Anfang an auf eine Verhandlung vorbereitet.
  • Hintergrundinformationen werden leicht als Abschweifungen empfunden. Bleiben Sie deshalb bei den Dingen, die für den jeweiligen Punkt absolut relevant sind.
  • Verträge werden in den USA oft hart verhandelt und gehen vielfach mehrmals zwischen den Parteien hin und her. Ein Anwalt ist in der Regel zwingend.

 

Kommunikation und Zusammenarbeit: Immer positiv bleiben

  • Amerikaner verwenden gerne Floskeln: «How are you?» ist eine Standard-Begrüssung und keine Aufforderung, über das Wohlbefinden zu sprechen. Antworten Sie einfach mit «Fine, thanks».
  • Seien Sie so freundlich wie Sie nur können. Bedanken Sie sich ständig: Bei den Teilnehmern des Meetings, aber auch bei Assistenten und am Empfang. Wichtig sind auch Komplimente – etwa zur perfekten Vorbereitung des Meetings.
  • Bleiben Sie stets positiv. Direkte und offene Kritik kommt in den USA meist nicht gut an. Für Feedback wird die «Sandwich-Methode» bevorzugt: Man beginnt mit einem Lob, streicht die positiven Aspekte einer Leistung hervor. Darauf folgt die Kritik und zum Schluss wird ein positiver Ausblick in die Zukunft abgegeben.

 

Verhalten privat / geschäftlich: Der Schein trügt

  • Der zwischenmenschliche Umgang in den USA ist für Mitteleuropäer überwältigend freundlich. Die allgemeine Nettigkeit kann jedoch trügerisch sein. Die amerikanische Business-Etikette hat ebenso strenge Regeln wie die europäische. Die Regeln sind einfach subtiler und unterschwelliger.
  • Ein kräftiger Händedruck zur Begrüssung ist üblich. Wer sich besser kennt, umarmt sich zur Begrüssung ohne allzu viel Körperkontakt. Wangenküsse sind in den USA unüblich. Stellen sich Amerikaner mit ihrem Vornamen vor, was sie häufig tun, dann sollte man sie auch so ansprechen. Ansonsten mit «Sir» oder «Madam».
  • Amerikaner trennen zwischen Privat- und Berufsleben. Auch wenn sie ihre Geschäftspartner schon zum ersten Gespräch nach Hause einladen, können sie am nächsten Tag knallhart verhandeln. Treffen am Abend sind die Ausnahme. Wenn Sie privat nach Hause eingeladen werden, bleiben Sie nicht länger als drei Stunden.

 

Dos & Don'ts beim Geschäften mit Amerikanern

Do

  • Alle gleich freundlich behandeln – egal ob Geschäftsführerin, Assistent oder Portier
  • Die differenzierten Business-Dresscodes kennen
  • E-Mails und Anrufe so rasch wie möglich beantworten

Don't

  • Amerikanische Freundlichkeit mit Freundschaft verwechseln
  • Überheblichkeit
  • Ranghöhere Personen zuerst zum Mittagessen oder Cocktail einladen