Studien & Ratgeber Unternehmensfinanzierung

Erfahrungsberichte Leasing als Geschäftsmodell

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Unternehmen, die nicht in einen Liquiditätsengpass geraten wollen, setzen immer häufiger auf Leasing. Leasen lässt sich heute von Fahrzeugen über Büromöbel bis zu Produktionsanlagen fast alles. 

Erfahrungsberichte von Schweizer Unternehmen

Wir haben zwei Schweizer Unternehmen besucht, die Vendor- und Investitionsgüterleasing nutzen. Die Jungheinrich AG in Hirschthal und Friderici Spécial SA in Tolochenaz erzählen von ihren Erfahrungen und den Vorteilen von Leasing für Unternehmen.

 

Jungheinrich AG: Vendor-Leasing ist für Kunden oft der charmantere Weg

Jungheinrich AG in Hirschthal (AG)
Gabelstapler und Fabrikhalle der Jungheinrich AG in Hirschthal (AG)

Am Schweizer Sitz der Firma Jungheinrich AG in Hirschthal dreht sich alles um Intralogistik. Das deutsche Unternehmen bietet ausgeklügelte Lagerlösungen und eine breite Produktpalette an. Beim Verkauf ihrer Flurförderfahrzeuge (Gabelstapler) nutzt Jungheinrich AG das Raiffeisen Vendor-Leasing.

«Viele unserer Kunden fragen beim Kauf eines Gabelstaplers explizit nach einem Vendor-Leasingvertrag», sagt Arne Sturm von der Jungheinrich AG. Das Unternehmen bietet zwar auch eigene Leasingvertrage an, doch der Weg über die Bank sei «der charmantere». Warum? «Es kommt natürlich immer auf den Betrag an, aber bei einem Volumen von über drei Millionen Franken sind wir als Unternehmer froh, wenn wir einen Teil des Risikos an die Bank abtreten können.» Aber nicht nur: Die Zusammenarbeit mit Raiffeisen gibt unseren Kunden die Möglichkeit, sich auf ihre Kernkompetenzen zu konzentrieren, während die «Profis» die aufwändigen Vorbereitungen für den Leasingvertrag übernehmen. Die Partnerschaft mit der Bank beschleunige auch den Kaufentscheid: «Gute Finanzierungsmöglichkeiten sind heute ein Verkaufsargument: Wenn ein Kunde merkt, dass man ihn nicht über den Tisch ziehen will, schlägt er schneller zu.»

  Arne Sturm
Arne Sturm

Das Leasing von Investitionsgütern ist weit verbreitet. Händler wie Jungheinrich (siehe links im Bild) oder Menzi Muck bieten ihren Kunden mit dem Produkt gleich die passende Finanzierung an (Vendor-Leasing). Die Bank wickelt den Leasingvertrag ab, was den Verkäufer entlastet. Der Käufer profitiert, indem er seine Anlagen alle paar Jahre erneuern kann. Entscheidet er sich mit Ablauf des Leasingvertrags gegen den Kauf des Objekts zum Restwert, kann er ein neues Investitionsgut leasen und das alte an Zahlung geben.

Friderici Spécial SA: Dank Raiffeisen Investitionsfinanzierung mehr Raum für die eigene Zukunft.

Friderici Spécial SA in Tolochenaz (VD).
Friderici Spécial SA in Tolochenaz (VD).

Die Firma Friderici Spécial SA in Tolochenaz (VD) ist auf Spezialtransporte, Lagerlogistik und Krane spezialisiert. Um ein möglichst breites Angebot zu garantieren, nutzt die Firma das Raiffeisen Leasing für die Finanzierung eines Autokrans.

Ein Autokran lässt sich vielseitig einsetzen, etwa beim Brückenbau, bei der Installation von Solarpaneelen oder beim Ruckschnitt hoher Bäume. Wer in der Transportbranche konkurrenzfähig bleiben will, muss solche mobile Krane im Fahrzeugpark haben ‒ davon sind Jean-Paul und Clement Friderici überzeugt. Die Waadtländer Unternehmer haben kürzlich ein weiteres Modell angeschafft ‒ und dieses mit einem Investitionsgüter-Leasingvertrag finanziert: «Wir haben verschiedene Möglichkeiten durchgerechnet; das Angebot von Raiffeisen stellte sich als die attraktivste Variante heraus.» So bleiben die liquiden Mittel der Firma erhalten und die Investitionskosten werden auf 48 Monate aufgeteilt. «Das erlaubt uns eine genauere Budgetplanung und lässt uns mehr Raum, die Zukunft unserer Firma zu gestalten», sagt Clement Friderici. Schliesslich seien die liquiden Mittel ein ausschlaggebender Faktor für das Wachstum der eigenen Firma.