Ratgeber Zahlungsverkehr & Digitale Services

Daniel Hollenstein im Interview – «Die Umstellungsfrist ist abgelaufen – wie geht es weiter? »

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Am 30. Juni 2018 ist die Frist für die Umstellung auf ISO 20022 abgelaufen. Wie geht es nun weiter? Was heisst das nun für Unternehmen, welche noch nicht rechtzeitig umgestellt haben? Die Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die Harmonisierung des Zahlungsverkehrs lesen Sie im folgenden Interview.

Wir haben Daniel Hollenstein, Leiter Produkte & Operations Firmenkunden bei Raiffeisen Schweiz gefragt, welche Informationen Unternehmer jetzt wissen müssen.

 

Herr Hollenstein, die Schweiz hat den Zahlungsverkehr per 30. Juni 2018 auf ISO 20022 umgestellt. Haben alle Unternehmen die Umstellung geschafft?

Nein leider nicht. Trotz grosser Bemühungen haben noch nicht ganz alle Unternehmen die Umstellung geschafft. Mit diesen Kunden sind wir jedoch jetzt aktiv im Kontakt, damit so schnell wie möglich die Migration vorgenommen wird.

 

Was passiert mit den KMU, welche bis jetzt noch nicht auf den neuen Standard umgestellt haben?

Raiffeisen nimmt vorerst weiterhin DTA-Dateien entgegen. Da aber eine korrekte Datenverarbeitung nicht mehr sichergestellt werden kann, empfehlen wir diesen Unternehmen, dringendst die Umstellung ihrer Software auf das neue ISO 20022-Format zu vollziehen.

 

Das heisst, die Umstellungsfrist wurde verlängert? Oder wie ist das zu verstehen?

Grundsätzlich wurde die Umstellungsfrist für den Finanzplatz Schweiz nicht verlängert. Der Zahlungsverkehr ist aber für jedes Unternehmen von zentraler Bedeutung. Deshalb kann man bei einem Projekt dieser Dimension bei Erreichen des Stichtages nicht einfach «den Hahn zudrehen». Eine 100%ige Umstellung ist jedoch notwendig, damit die nächsten Schritte der Harmonisierung in Angriff genommen werden können. Raiffeisen setzt in nächster Zeit alles daran, dass auch die restlichen Kunden die Umstellung nun vollziehen.

Wie geht es nun weiter bei der Harmonisierung des Zahlungsverkehrs?

Der nächste Schritt der Harmonisierung wird im Verlaufe von 2020 die Einführung der QR-Rechnung sein.

 

Was heisst das für mich als Unternehmer? Was kommt da auf mich zu?

Sobald die definitiven Spezifikationen für die QR-Rechnung stehen, werden Software-Häuser beginnen die QR-Rechnung in ihre Software zu integrieren. Unternehmen, welche ihre orangen Einzahlungsscheine selbst drucken, empfehlen wir im engen Kontakt mit ihrem Softwarepartner zu bleiben, damit frühzeitig mit den notwendigen Tests und Anpassungen begonnen werden kann.

Wer bisher den roten Einzahlungsschein im Einsatz hatte, ist gut beraten, auf eine Software umzusteigen, welche die QR-Rechnung unterstützt – wie z.B. die kostenlose Basisversion von AbaNinja. Denn damit ist eine automatisierte Verarbeitung möglich. Das manuelle Verbuchen von Gutschriften aus roten Einzahlungsscheinen fällt weg.  Egal ob bei Bareinzahlungen oder Überweisungen, der Kunde erhält immer alle relevanten Daten der Zahlung elektronisch. Somit kann mittels Software auch die Verbuchung automatisiert werden.

Zudem hat er bei der QR-Rechnung die Möglichkeit die QR-Rechnung ganz einfach selbst zu drucken. Er ist nicht mehr auf die Herausgabe eines Einzahlungsscheines seitens Bank angewiesen.

 

Wie unterstützt Raiffeisen ihre Kunden bei der Umstellung auf die QR-Rechnung?

Raiffeisen steht mit einem eigenen Spezialisten-Team den Unternehmen weiterhin bei fachlichen wie auch technischen Fragen zum neuen Zahlungsverkehr gerne zur Verfügung. Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren.

Zudem bietet Raiffeisen auch praktische Unterstützung bei der Umstellung an. Wie z.B. unsere Testbank, mit der das zurzeit bekannte QR-Angebot bereits getestet werden kann.

Daniel Hollenstein, Leiter Produkte & Operations Firmenkunden
Daniel Hollenstein, Leiter Produkte & Operations Firmenkunden

Als Leiter Produkte & Operations Firmenkunden bei Raiffeisen Schweiz ist Daniel Hollenstein (49) auch für den Vertrieb Zahlungsverkehr zuständig. Der studierte Betriebsökonom (HWV) absolvierte diverse Weiterbildungen, unter anderem einen «Master of Advanced Studies in Finance» an der Universität Bern.