Wirtschaft – Tipps und Hintergrundinformationen

Was bedeutet Wachstum für Ihr Unternehmen?

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Wachstum ist nicht unbedingt ein Synonym für den monetären Erfolg. Das zeigt eine Befragung der Gäste des RUZ-Frühlingsfestes in Gossau SG.

Fragen

  1. Wo sehen Sie in Ihrem Business die Grenzen des Wachstums?
  2. Less is more: Wann haben Sie sich das letzte Mal bewusst gegen Wachstum entschieden?
  3. Wo setzen Sie punkto Wachstum Ihre Prioritäten: Beim Ertrag oder bei der Qualität?
  4. Wie profitieren Sie vom Wachstum?
  5. Was ist Ihr grösster Erfolg?

 

Ursula Gebendiger, Inhaberin und Geschäftsführerin ideenreich, Grafik Design, St.Gallen

Ursula Gebendiger, Inhaberin und Geschäftsführerin ideenreich, Grafik Design
Ursula Gebendiger, Inhaberin und Geschäftsführerin ideenreich, Grafik Design

Die Agentur bietet umfassende Grafik-Design-Dienstleistungen an. Im Betrieb arbeiten zwei Frauen. Um den Wissenstransfer unter den Generationen zu garantieren, kommt demnächst eine Lernende dazu.

  1. Wachstum im herkömmlichen Sinn interessiert mich nicht, neue Ideen und mein Netzwerk zu entwickeln hingegen schon. Ich bin eine leidenschaftliche Gestalterin, hätte ich mehr Mitarbeitende, wäre ich plötzlich Managerin. Das will ich nicht.
  2. Ich entscheide mich grundsätzlich immer für Qualität, grosse Projekte sind für mich mit den eigenen Ressourcen nicht mehr zu bewältigen. Ich möchte fachlich und persönlich wachsen, alles andere wäre mir zu abstrakt.
  3. Ich will meiner Kundschaft eine gute Qualität liefern. Dafür arbeite ich oft bis spät in die Nacht. Am Wochenende gehe ich mit meinem Freund, der Privatpilot ist, in die Luft und mache Stimmungsbilder von Landschaften und Städten.
  4. Ich kann mir heute einen gelasseneren Umgang mit meinem Geschäft leisten. Früher hatte ich grosse Projekte, gewann Preise und habe mich oft überfordert. Heute konzentriere mich auf das Wesentliche und bin entspannter.
  5. Die Tatsache, dass ich heute mit jungen Arbeitskräften zusammenarbeiten kann. Ich kann meine Erfahrung teilen und sie revanchieren sich mit ihrer Frische, neuestem technischem Wissen und Unbefangenheit. Das hält mich jung.

 

Marlen Cerrone, Gründerin und Geschäftsführerin Dekomacherei.ch, Münchwilen

Marlen Cerrone, Gründerin und Geschäftsführerin Dekomacherei.ch, Münchwilen
Marlen Cerrone, Gründerin und Geschäftsführerin Dekomacherei.ch, Münchwilen

Marlen Cerrone stellt und liefert Grossdekorationen für Gewerberäumlichkeiten wie Eingänge, Empfangsbereiche, Showräume oder Schaufenster her. Ihre Firma ist seit vier Jahren eingetragen.

  1. In zehn Jahren möchte ich als Grossistin den Fachhandel mit eigenen Produkten beliefern. Im Moment bin ich noch im Aufbau und freue mich über meinen Starterfolg: Ich habe in vier Monaten bereits den Vorjahresumsatz machen dürfen.
  2. Im Moment konzentriere ich mich vor allem darauf, meine Kunden mit meinen Produkten zu begeistern. Ich will langsam vorwärts gehen und jede Stufe einzeln konsolidieren. Aber man weiss ja nie, was das Leben mit einem macht.
  3. Es ist immer schön, wenn man mit seiner Arbeit auch Geld verdienen kann. Der finanzielle Aspekt ist für mich aber derzeit nicht vorrangig. Viel wichtiger finde ich, dass ich meiner Arbeit mit Leidenschaft nachgehen kann.
  4. Es bestätigt mich in meiner Idee und meinem Projekt. Meine Produkte sind ja eher etwas, das man sich aus Freude leistet als aus Not. Wenn sich ein Kunde eine Dekoration oder ein Objekt von mir wünscht, beflügelt mich das.
  5. Mein grösster Erfolg ist die Tatsache, dass ich dank meiner Selbständigkeit mit mir im Einklang bin. Dies lässt mir Raum und Energie, um zu sein wie ich bin und treibt mich täglich in meinem Tun an.

 

Gabriel Signer, Inhaber Mediadesigner GmbH, Bazenheid

Gabriel Signer, Inhaber Mediadesigner GmbH
Gabriel Signer, Inhaber Mediadesigner GmbH

Die Agentur von Gabriel Signer gibt es seit 2013. Für seine Kunden – Privatpersonen wie Grossunternehmen – produziert er Filme, Fotos und erstellt Animationen.

  1. In meinem Arbeitsbereich stosse ich eher beim Know-how an die Grenzen. Die Technologie entwickelt sich rasant. Um den Wünschen und Vorstellungen meiner Kunden gerecht werden zu können, muss ich mich selber ständig weiterbilden.
  2. Meine Kunden sind ein interessanter Mix – da der Restaurantbesitzer, dort der Grosskonzern. Ich schätze das sehr. Würde ich voll auf die Wachstumskarte setzen, müsste ich die Kleinkunden abgeben, was sehr schade wäre.
  3. Es gibt immer Projekte, bei denen der Ertrag höher ist, und solche, bei denen ich mich wiederum mehr verwirklichen kann. Die spannendsten Projekte sind aber sicher die, in denen die Kreativität nicht zu kurz kommt.
  4. Ich sehe die Mund-zu-Mund-Propaganda als wichtigste Werbung. Je mehr zufriedene Kunden ich habe, desto öfter werde ich weiterempfohlen. So entstehen neue Kundenbeziehungen, von denen ich wiederum profitiere.
  5. Ich hatte nie ein Projekt, das mir auf einen Schlag tausend Wege eröffnet hätte. Ich bin stetig gewachsen. Dadurch habe ich mich aber auch nie selber überfordert und konnte mich nachhaltig etablieren.

 

Maya Bachmann Brunold, Inhaberin MayaPOWER, Glattpark

Maya Bachmann Brunold, Inhaberin MayaPOWER
Maya Bachmann Brunold, Inhaberin MayaPOWER.

Maya Bachmann Brunold coacht, berät und trainiert Menschen und Unternehmen in mentaler Stärke. Ihre Einfrau-Firma gibt es seit 1991.

  1. Wenn das eigene Angebot so breit gefächert ist, dass der Kunde nicht sofort erkennen kann, was man anbietet. Ich bin in der Persönlichkeitsbildung breit aufgestellt gestartet und habe mich im Laufe der Zeit auf das Mentaltraining spezialisiert.
  2. Less is more ist meine Philosophie. Je klarer man kommuniziert, desto besser wird die Botschaft verstanden. Diese Strategie bedingt aber, dass man zuerst selber weiss, was man will.
  3. Ich bin immer für Qualität. Für mich fusst Qualität in einer klaren Haltung, die man sich im Laufe des Lebens aneignet. Wer aus dieser persönlichen Haltung und nicht aus einer momentanen Situation heraus kommuniziert, wird viel authentischer wahrgenommen.
  4. Ich fühle mich «sackstark» und werde auch so wahrgenommen. Ich habe mich mein ganzes Leben weitergebildet, setze mich konstant mit Neuem auseinander – heute kann ich die Früchte dieses Verhaltens ernten.
  5. Dass ich gekauft werde und mich nicht mehr verkaufen muss. Das war schon immer das Ziel meiner Karriere.