KMU PMI: Wie steht's um die Schweizer KMU?

KMU PMI: Keine Trendwende, nur ein Sommerloch (Ausgabe Juli 2018)

Drucken

Der KMU PMI von Raiffeisen fiel im Juli erstmals unter die Wachstumsschwelle von 50. Das lag in erster Linie jedoch an saisonalen Faktoren und nicht an der Konjunktur, die weiterhin robust bleibt. Dies zeigt der Raiffeisen KMU PMI, ein neuer Konjunkturindex der Raiffeisen Gruppe. Er misst monatlich den wirtschaftlichen Puls von KMU im verarbeitenden Gewerbe. 

Der Raiffeisen KMU PMI schloss im Juli mit einem Stand von 49.2 knapp unter der Expansionsschwelle von 50 ab. Erstmals seit Einführung des Konjunkturindikators melden die befragten KMU verglichen zum Vormonat also einen Rückgang der Geschäftsaktivität. Diese hatte zuvor von März bis Juni noch jeden Monat kräftig zugelegt, sprich der Einkaufsmanagerindex von Raiffeisen notierte jeweils deutlich über 50.

Sommerferienzeit
Wachstumsdelle nur aufgrund Sommerferienzeit

Die aktuelle Wachstumsdelle kommt allerdings nicht unerwartet. Viele der befragten Unternehmen verweisen auf die Sommerferienzeit, in der die Geschäftstätigkeit naturgemäss einen Gang zurückschaltet. Saisonale Muster wie diese werden bei vielen Konjunkturindikatoren bereinigt, um die Aussagekraft der Daten zu erhöhen. Der Raiffeisen KMU PMI besteht jedoch erst seit März 2018 und daher reicht die Datenbasis für eine Saisonbereinigung noch bis nächstes Jahr nicht aus. Das saisonale Verhalten anderer Konjunkturdaten liefert indes eine Indikation dafür, dass der Raiffeisen KMU PMI bereinigt nach wie vor deutlich über der Expansionsschwelle von 50 läge.

Unternehmen rechnen weiterhin mit robuster Nachfrage

Dafür spricht auch die Entwicklung der Umfragekomponente „Einkaufslager“. Diese blieb praktisch unverändert auf hohem Niveau, während die meisten anderen Komponenten rückläufig waren. Obwohl sich die Aufträge im Juli verringert haben, bleiben die Einkaufslager also gut gefüllt, was unseres Erachtens darauf hindeutet, dass die Unternehmen weiterhin mit einer robusten Nachfrage rechnen.

Den Rückgang des Raiffeisen KMU PMI im Juli stellt also keinesfalls eine Trendwende dar, sondern lediglich ein Sommerloch. Für eine deutliche Verschlechterung der Unternehmensstimmung bei Schweizer KMU gibt es keine Hinweise. In der Eurozone beispielsweise liegen die Einkaufsmanagerindizes im Juli bei Werten um die 55, also nach wie vor auf ansehnlichen Niveaus. Am grundsätzlich positiven Ausblick für die globale Konjunktur und die Schweizer Wirtschaft hat sich nichts geändert. Wir erwarten daher nach der Sommerferienzeit einen Wiederanstieg des KMU PMI.

 

Handelskonflikte als grösstes Risiko für Schweizer Konjunktur

Das Grösste Risiko für die Weltwirtschaft und die Schweizer Konjunktur bleiben derweil die Handelskonflikte zwischen den Vereinigten Staaten und ihren Handelspartnern. Diese sind trotz der jüngsten Annäherung zwischen den USA und der EU noch lange nicht vom Tisch. Solange kein eigentlicher Handelskrieg ausbricht, bleiben Schweizer KMU von den Querelen jedoch wenig betroffen.

Keine Konjunktureinschätzung mehr verpassen, abonnieren Sie unseren monatlichen Newsletter.

Raiffeisen-Ökonom Domagoj Arapovic

Domagoj Arapovic, Senior Economist Raiffeisen Schweiz
Domagoj Arapovic, Senior Economist Raiffeisen Schweiz

Domagoj Arapovic hat an der Universität Zürich Volkswirtschaft studiert und arbeitete anschliessend von 2007 bis 2012 bei der Schweizerischen Nationalbank im Economic Research und im Risikomanagement. Seit 2011 hält er das Chartered Financial Analyst- Diplom und seit 2013 ist er bei Raiffeisen Schweiz als Senior Economist tätig.

Jetzt Teil vom Konjunkturindikator werden
und CHF 5'000.– gewinnen

Sind Sie ein kleines oder mittleres Unternehmen und in der Industrie tätig? Wir suchen weitere KMU, die monatlich eine kurze Umfrage (< 5 min) ausfüllen. Seien Sie auch jetzt Teil einer erfolgreichen Idee, denn der Konjunkturindikator ist ein wichtiger Gradmesser, um positive oder negative Impulse aus dem Markt frühzeitig zu erkennen.

Unter allen teilnehmenden KMU verlosen wir ein Preisgeld von CHF 5'000.–. Sie erhalten zudem alle Umfrageergebnisse und Analysen noch vor deren Publikation.