Raiffeisen KMU PMI (Konjunkturindikator)

KMU PMI: Schweizer KMU im Hoch (Ausgabe September 2018)

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Die Schweizer Wirtschaft läuft auf Hochtouren. Der Raiffeisen KMU PMI ist im September auf hohe 60.6 Punkte gestiegen. Damit fällt das Wachstum bei den KMU ähnlich stark aus wie bei Grossbetrieben. In der Eurozone hat sich die Unternehmensstimmung hingegen eingetrübt. Damit droht auch der Rückenwind für die Schweizer Wirtschaft allmählich nachzulassen.

Raiffeisen KMU PMI September 2018
Raiffeisen KMU PMI September 2018

Zum ersten Mal seit der Aufhebung des EUR-Mindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank im Januar 2015 wächst die Schweizer Wirtschaft wieder über 2 %. Für das Gesamtjahr 2018 dürfte gar ein BIP-Wachstum von rund 3 % resultieren. Die KMU aus der Industrie profitieren stark von dieser Entwicklung, wie nun der Raiffeisen KMU PMI zeigt. Der Index legte im September erneut kräftig zu und schloss mit einem Stand von 60.6 Punkten. Ein solch hohes Niveau korrespondiert in der Regel mit Hochkonjunkturphasen. Damit schliessen die KMU wieder zum Wachstumstempo der grösseren Unternehmen auf, wie der Vergleich zum PMI von procure.ch zeigt, der neben KMU auch auf vielen Grossunternehmen aus der Industrie basiert und seit über einem Jahr durchgehend über der Marke von 60 notiert (August 2018: 64.8).  

Die einzelnen Umfragekomponenten des Raiffeisen KMU PMI zeigen derweil ein einheitliches Bild (siehe Tabelle). Stark zugelegt haben im September besonders die Auftragsbestände und das Produktionsvolumen. Auch die Beschäftigung wurde weiter ausgebaut. Einzig die Einkaufslager haben sich leicht verringert, die entsprechende Komponente blieb aber weiterhin deutlich über der Wachstumsschwelle von 50.  

 

Raiffeisen KMU PMI – Subkomponenten 

  Mai
Juni
Juli
August
September
Gesamtindex
63.2
58.8
49.2
56.1
60.6
Auftragsbestand
64.3
58.8
46.8
56.4
62.5
Produktion
66.5
63.0
45.9
57.2
63.6
Beschäftigung
63.0
57.6
49.2
55.0
58.8
Lieferfristen
57.7
55.4
55.6
54.3
57.4
Einkaufslager
60.2
55.3
54.9
57.4
56.0


50 = Wachstumsschwelle

Unternehmensstimmung in Europa verschlechtert sich 

Trotz der weiterhin prall gefüllten Auftragsbücher hat sich der Ausblick für die Schweizer KMU zuletzt jedoch eher verschlechtert, denn die europäische Konjunktur zeigt Schwächezeichen. Die Unternehmensstimmung in der Eurozone hat im September nochmals einen Dämpfer erhalten, insbesondere in Deutschland. Die Schweizer Industrie korreliert in der Regel stark mit der Konjunktur in nördlichen Nachbarland. Aktuell notiert der deutsche PMI für das verarbeitende Gewerbe nur noch bei 53.7 Punkten also deutlich geringer als in der Schweiz (siehe Grafik auf Seite 2). In Frankreich (52.5) und Italien (50.1) wiederum liegen die Einkaufsmanagerindizes für Industrieunternehmen aller Grössenklassen noch näher bei der kritischen Expansionsschwelle von 50. Vor allem die europäischen Exportaufträge haben sich jüngst verschlechtert. Gemäss Unternehmensumfragen legten die Warenbestellungen aus dem Ausland im September erstmals  seit Jahren nicht mehr zu. Eine wichtige Stütze des europäischen Konjunkturaufschwungs droht damit wegzufallen. Vereinzelt können europäische Unternehmen zwar möglicherweise von der Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China kurzfristig profitieren. Insgesamt sorgt der eskalierende Handelskonflikt jedoch auch in Europa für immer grössere Unsicherheiten. Und in Italien ist Ungemach noch nicht vom Tisch. Damit dürfte auch der Rückenwind für die Schweizer Wirtschaft allmählich nachlassen, was ein wichtiger Grund ist, weshalb wir für 2019 mit einer Abschwächung des BIP-Wachstums auf unter 2 % rechnen.  

Verarbeitendes Gewerbe (alle Unternehmensgrössen)
Verarbeitendes Gewerbe (alle Unternehmensgrössen)

Schweizer Einkaufsmanagerindex korreliert in der Regel stark mit Deutschem PMI

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Raiffeisen-Ökonom Domagoj Arapovic

Domagoj Arapovic, Senior Economist Raiffeisen Schweiz
Domagoj Arapovic, Senior Economist Raiffeisen Schweiz

Domagoj Arapovic hat an der Universität Zürich Volkswirtschaft studiert und arbeitete anschliessend von 2007 bis 2012 bei der Schweizerischen Nationalbank im Economic Research und im Risikomanagement. Seit 2011 hält er das Chartered Financial Analyst- Diplom und seit 2013 ist er bei Raiffeisen Schweiz als Senior Economist tätig.

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