Anlagewissen einfach erklärt

Digitales Anlegen in der Schweiz – ein Markt mit Potenzial

Wer sein Vermögen vermehren oder fürs Alter vorsorgen möchte, legt es am besten an. Eine repräsentative Schweizer Befragung zeigt nun: Digitales Anlegen hat Zukunft. Das Interesse an und das Vertrauen in digitale Angebote wachsen. Gefragt sind insbesondere hybride Lösungen, welche das Beste von Mensch und Maschine kombinieren. Erfahren Sie hier die spannendsten Facts aus der aktuellen Studie.

Jeder vierte Schweizer tut es schon oder kann es sich zumindest vorstellen: Digitales Anlegen hat ein grosses Potenzial. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Hochschule Luzern in Zusammenarbeit mit Raiffeisen Schweiz und Vontobel auf Basis einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage. Das Vertrauen in digitale Anlagelösungen wächst – und auch etablierte Finanzdienstleister haben auf diese Entwicklung reagiert und entsprechende Angebot lanciert. Dazu gehört auch die digitale Anlagelösung Raiffeisen Rio.

Besonders attraktiv sind hybride digitale Vermögensverwaltungslösungen. Der Übergang zwischen reinen Robo-Advisory-Lösungen und der digital unterstützten, klassischen Vermögensverwaltung ist dabei zunehmend fliessend. Klar ist aber: Der persönliche Berater bleibt wichtig.

Das Vertrauen in digitale Angebote wächst

Potentielle Investoren betrachten BigTech Unternehmen noch nicht als Alternative.

 

Vertrauen in Digitalangebote wächst

 

Wer digital anlegen möchte, findet viele Angebote. Am meisten vertrauen die potentiellen Schweizer Nutzer den Digitallösungen etablierter Finanzdienstleister: 82 Prozent der befragten potentiellen Nutzer geben an, in Zukunft am ehesten bei einer etablierten Bank digital investieren zu wollen. Weniger Vertrauen geniessen FinTech-Unternehmen, am unwahrscheinlichsten sehen die Befragten Unternehmen wie Google, Amazon oder Apple, also die BigTech, als Anlagepartner. 

 

Potenzial haben vor allem hybride Angebote, bei denen die persönliche Beratung mit einem Robo-Advisor kombiniert wird. Dieser schlägt dem Kunden online eine individualisierte und in der Regel algorithmenbasierte Anlagestrategie vor und macht sie für die eigenständige Bedienung zugänglich. 

 

«Die Studie bestätigt, dass Bankkunden über alle Altersgruppen hinweg auf den persönlichen Kontakt mit ihrem Bankberater nicht verzichten möchten. Daraus ergibt sich ein grosses Potenzial für hybride Modelle: Kunden können sich vor Ort in ihrer Raiffeisenbank beraten lassen oder über digitale Anlagelösungen unabhängig von Ort und Zeit ihr Portfolio managen.»

Kathrin Wehrli, Geschäftsleitungsmitglied und Leiterin Produkte & Investment Services bei Raiffeisen Schweiz

Ein Viertel der Schweizer Investoren interessiert sich für digitale Anlagelösungen

4 Faktoren beeinflussen den Kenntnisstand über digitale Anlagelösungen. Ältere Deutschschweizer fühlen sich am besten Informiert.

 

4 Faktoren beeinflussen den Kenntnisstand über digitale Anlagelösungen

 

Die Studie zeigt: 8 Prozent aller Investoren nutzen heute bereits digitale Anlageprodukte in verschiedenen Ausprägungen. Weitere 16 Prozent können sich grundsätzlich vorstellen, solche Angebote zu verwenden. Auf der anderen Seite kennt jedoch mehr als die Hälfte der Investoren noch keine konkreten digitalen Anlagelösungen und kann sich entsprechend auch (noch) nicht vorstellen, in solche zu investieren.

 

Grosse Unterschiede offenbart die Studie bezüglich Alter, Geschlecht und Wohnort: So liegt das Durchschnittsalter der Nutzer von digitalen Anlageangeboten bei 50 Jahren. Am besten kennen sich über 65-jährige Deutschschweizer Männer mit dem digitalen Investieren aus. Zudem gibt es einen Geschlechtergraben: Männer sind in der Regel besser informiert als Frauen. 

 

«Ältere Menschen, Wohlhabende und Männer kennen sich beim Anlegen besser aus. Das wollen wir mit unserer Anlageberatung ändern. Wie man sein Geld nicht nur gut anlegt und vermehrt, sondern auch fürs Alter vorsorgt – das interessiert sicher jeden.»

Kathrin Wehrli, Geschäftsleitungsmitglied und Leiterin Produkte & Investment Services bei Raiffeisen Schweiz

Diese Investorentypen gibt es in der Schweiz

Das grösste Potenzial liegt bei Personen, die ihre Anlageentscheide selber treffen.

 

Diese Investorentypen sind bereit, ihr Geld mittels digitaler Kanäle verwalten zu lassen

 

Bereits gut verbreitet sind digitale Anlagelösungen bei Personen, die ihre Anlageentscheide selbst treffen, den sogenannten Soloisten. Diesem Anlagetyp entsprechen am ehesten Männer, Personen jungen bis mittleren Alters sowie Deutschschweizer. Jeder zehnte Soloist nutzt bereits digitale Vermögensverwaltungslösungen und jeder vierte kann es sich vorstellen.

 

Ebenfalls gefragt ist das digitale Anlegen bei den Validatoren. Diese ziehen für die Entscheidungsfindung den Bankberater oder andere Partner hinzu. Sie bilden mit 56 Prozent die grösste Kundengruppe der Schweiz und sind am häufigsten in der Deutschschweiz und im Tessin vertreten. 7 Prozent von ihnen legen ihr Vermögen bereits digital an. 12 Prozent sehen sich als potenzielle Nutzer. Und: Zu den Validatoren zählen überproportional viele Frauen.

Die Vermehrung des Vermögens ist das wichtigste Ziel

Schweizer nehmen ihre Geldanlage ernst, Spass und Spekulation spielen eine untergeordnete Rolle.

 

Die Top 3 Anlageziele

 

Duch das Tiefzinsumfeld und den steigenden Vorsorgebedarf gewinnt Anlegen für die Schweizerinnen und Schweizer an Bedeutung. Entsprechend geben die Befragten als wichtigste Anlageziele die Vermehrung des Vermögens (52 Prozent), Sparen fürs Alter (46 Prozent) und Erhalt des Vermögens (36 Prozent) an. Eine nur untergeordneten Bedeutung haben dagegen Spekulieren oder Spass. Gut jeder fünfte Schweizer kann sich vorstellen, bereits in den nächsten 12 Monaten digital in die Säule 3a anzulegen. 

 

«In der nächsten Zeit kann nicht mit einer Wende im Tiefzinsumfeld gerechnet werden. Deshalb empfehlen wir unseren Kunden, sich Gedanken zu machen: Wollen sie das Geld dort lassen, wo es keine Zinsen bringt oder einen Teil davon anlegen – zum Beispiel gut begleitet mit einer digitalen Lösung? Denn Investieren ist das neue Sparen.»

Kathrin Wehrli, Geschäftsleitungsmitglied und Leiterin Produkte & Investment Services bei Raiffeisen Schweiz

 

Gut zu wissen: 7 Gründe, warum Investieren das neue Sparen ist

  • Keine Rendite auf Spareinlagen und Staatsanleihen
  • Ohne Rendite gibt es keinen Zinseszinseffekt
  • Die expansive Geldpolitik führt zu einer Inflation der Asset Preise
  • Steigende Attraktivität der Dividendenrendite (insbesondere im Vergleich zu Anleiherenditen)
  • Partizipationsmöglichkeiten an Megatrends für Anleger an den Aktienmärkten
  • Cash hat keine ESG-Komponente
  • Marktverwerfung und Aktionen der Zentralbanken erfordern ein aktives Management, um Chancen zu nutzen

Über die Studie

Die Studie «Digitales Anlegen in der Schweiz – ein Markt mit Potenzial» der Hochschule Luzern wurde von Raiffeisen Schweiz und Vontobel in Auftrag gegeben. Das LINK-Institut führte im Jahr 2020 eine repräsentative Onlinebefragung von 1'217 in der Schweiz wohnhaften Personen im Alter zwischen 18 und 79 Jahren durch. Ausgewertet wurde die Umfrage durch das Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ.

 

 

 

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