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01.07.2025

KMU setzen wenig Hoffnung auf Erholung in Deutschland

  • Ausblick für KMU weiterhin eingetrübt
  • Geringe Impulse für Produktnachfrage, insbesondere aus Deutschland
  • Unsicherheit im Zusammenhang mit den US-Zöllen immer noch sehr hoch

St.Gallen, 1. Juli 2025. Der Raiffeisen KMU PMI ist im Juni von 50,5 auf 52,4 Punkte gestiegen, doch die Stimmung bei den Exportunternehmen bleibt gedämpft. Die negativen Effekte der US-Zölle werden allmählich sichtbar. Gleichzeitig rechnen die KMU auch im zweiten Halbjahr nicht mit einer Belebung der Nachfrage aus Deutschland, wie eine Sonderumfrage zeigt.

Die Lage bei exportorientierten KMU bleibt angespannt. Die Auftragsbestände stagnierten im Juni, und die jüngsten Aussenhandelszahlen zeigen rückläufige Exporte in mehreren Branchen. Besonders betroffen ist die Metallindustrie, die am meisten unter den neuen US-Zöllen leidet. Denn neben dem Basiszollsatz von 10 Prozent erheben die USA auf gewisse Stahl- und Aluminiumkomponenten einen zusätzlichen Sonderzoll von 50 Prozent.

 

Getrübte Aussichten für Deutschland

Eine Sonderumfrage von Raiffeisen zeigt zudem: Über die Hälfte der exportierenden KMU berichten von einer sinkenden Produktnachfrage aus Deutschland. Nur 12 Prozent sehen aktuell eine Verbesserung. Und für das zweite Halbjahr 2025 bleiben die Erwartungen verhalten – nur ein Viertel der Betriebe rechnet mit einer leichten Erholung, während rund 20 Prozent sogar einen weiteren Rückgang befürchten.

Aufgrund dieser Voraussetzungen sind auch KMU – analog zu den Grossunternehmen – zurückhaltend bei Neueinstellungen. Die Beschäftigungskomponente des KMU PMI liegt mit 48,9 Punkten weiterhin unter der Wachstumsschwelle von 50. Die Unsicherheit rund um die US-Zollpolitik bleibt hoch – die Verhandlungen kommen kaum voran, und die Frist für ausgesetzte reziproke Zölle endet bereits am 9. Juli.