Der Ruhestand als Neuanfang
Von wegen «Ruhestand»! Die Skilegende spricht über seine Wünsche fürs Alter und die Parallelen von Sport und Pensionsplanung.
12.03.2026
Das nächste Tor, das nächste Rennen, der nächste Titel: Skiprofis sind Meister im Vorausdenken. Was das im Hinblick auf die Pensionierung bedeutet, erzählt Skilegende Pirmin Zurbriggen.
Pirmin Zurbriggen hat so ziemlich alles gewonnen, was es am Berg zu gewinnen gibt: olympische Medaillen in Gold und Bronze, vier Weltmeistertitel, vier Gesamtweltcupsiege und elf kleine Kristallkugeln in vier Disziplinen – hinzu kommen 40 Siege im Weltcup. Seine mit Abstand erfolgreichste Saison war 1986/87. Was dem damals Mitte-20-Jährigen durch den Kopf ging, erstaunt.
«Ich habe sehr früh, schon mit 22 oder 23 Jahren, über meine Pensionierung nachgedacht», sagt die Skilegende. «Unser Sport bringt ein gewisses Risiko mit sich – entsprechend früh macht man sich Gedanken, was nach der aktiven Karriere folgt.» Heute ist Pirmin Zurbriggen 63 Jahre alt. Blickt er zurück, ist er vor allem eines: dankbar. «Ich hatte 63 grossartige Jahre, eine tolle Karriere, durfte mit meiner Frau eine wunderbare Familie aufbauen. Ich bin bislang wirklich gut durchs Leben gekommen.»
Der Ruhestand als Neuanfang
Den bevorstehenden Ruhestand sieht er als Neuanfang. «Es ist ein neues Kapitel im Leben. Ich bin gespannt, was auf mich zukommt», sagt er – schränkt gleichzeitig aber auch ein: «Ich hoffe, dass es nicht ein ‘Ruhestand’ im eigentlichen Sinne wird. Denn ich habe viele Grosskinder, mit denen ich noch so einiges unternehmen will, auf und abseits der Skipiste.»
Die Familie spielt in seinem Leben ohnehin die Hauptrolle, auch bei der Frage nach der Wohnform im Alter. «Aufs Alter hin möchte ich etwas kürzertreten und mit meiner Frau in eine kleinere Wohnung ziehen. Was aber sicher nicht fehlen darf: ein grosser Tisch mit Platz für alle Kinder und Enkel.»
Parallelen zwischen Sport und Pensionsplanung
Die Pläne für die Pensionierung sind bei Pirmin Zurbriggen also schon recht konkret. Auch zum Thema Rente oder Kapital hat er sich bereits Gedanken gemacht. «Ich habe mich für eine Kombination entschieden. Ich denke, so bin ich am besten abgesichert.» Kombination – das passt zu Zurbriggen. In keiner anderen Disziplin stand er häufiger zuoberst auf dem Podest.
Ein Zufall ist es vermutlich nicht, dass die Skilegende den dritten Lebensabschnitt gut vorbereitet antritt. Im Hinblick auf die Pensionierung ist es wichtig, vorauszudenken – eine Stärke vieler Sportler. «Als Athlet setzt man sich ja ebenfalls Ziele, auf die man hinarbeitet: Wenn ich diese Medaille gewonnen oder jenen Titel erreicht habe, dann bin ich zufrieden.» Genau das ist auch der Sinn der Pensionsplanung: Zufriedenheit, wenn der Tag der Pensionierung gekommen ist.