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Vorsorgebarometer 2026: Wichtige Lebensereignisse haben Folgen bis ins hohe Alter

Die 9. Ausgabe des Raiffeisen Vorsorgebarometers zeigt eine positive Entwicklung der Schweizer Vorsorge – mit zunehmendem Vertrauen in die 2. Säule und einem rekordhohen Säule-3a-Besitz. Das Fokusthema «Lebensereignisse» verdeutlicht, wie stark der Lauf des Lebens die Vorsorge prägt. Insbesondere Heirat und Familiengründung haben weitreichende Folgen. 

17.09.2026

Im Video gibt Vorsorgeexperte Tashi Gumbatshang einen Überblick über die zentralen Erkenntnisse des Raiffeisen Vorsorgebarometers 2026.

Erkenntnis #1

Das Vertrauen ins Vorsorgesystem nimmt zu.

Das Vorsorgebarometer 2026 zeugt von einem steigenden Vertrauen ins Vorsorgesystem. Das ist vor allem der positiven Entwicklung in der 2. Säule geschuldet. Die Pensionskassen stehen heute deutlich besser da als noch bei der ersten Ausgabe 2018 – ihre finanzielle Lage hat sich verbessert und die Altersguthaben werden grosszügiger verzinst.

Vorsorgeexperte Tashi Gumbatshang sagt: «Die gute finanzielle Situation der Pensionskassen stärkt das Vertrauen in die 2. Säule.»

Am geringsten ist das Vertrauen in die AHV. Besonders die 18- bis 50-Jährigen sehen die langfristige Entwicklung der 1. Säule kritisch. Entsprechend bleibt die AHV-Finanzierung ihre grösste Sorge. Das höchste Vertrauen geniesst weiterhin die private Vorsorge. Die Säulen 3a und 3b werden von allen Generationen als verlässlichster Bestandteil der Altersvorsorge wahrgenommen. 

Wie hoch ist Ihr Vertrauen in die Zukunftsfähigkeit und Finanzkraft der einzelnen Säulen des Vorsorgesystems? (in Prozent, Alterskategorie 18- bis 79-Jährige)

Balkengrafik Vorsorgebarometer S16

Quelle: Raiffeisen Vorsorgebarometer 2026

Säule 3a: Nachzahlungsmöglichkeit sorgt für zusätzlichen Schub 

79 Prozent der Befragten verfügen über eine Säule 3a – ein neuer Rekordwert. Wichtigstes Motiv bleibt der Erhalt des gewohnten Lebensstandards im Alter, gefolgt von Steuerersparnissen. Seit 2026 können Beitragslücken in der Säule 3a nachträglich geschlossen werden. 63 Prozent kennen die neue Regelung und 5 Prozent haben bereits eine Nachzahlung vorgenommen. Weitere 5 Prozent planen dies noch im laufenden Jahr. Das Potenzial ist beträchtlich, denn fast die Hälfte schöpft aktuell den jährlichen Maximalbetrag in der Säule 3a nicht aus. 

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Erkenntnis #2

Teilzeitarbeit wirkt sich stark auf die Vorsorge aus.

Der diesjährige Themenfokus des Vorsorgebarometers zeigt: Lebensereignisse wie Heirat, Familiengründung oder der Kauf eines Eigenheims haben oft weitreichende Folgen für die Vorsorge. Nach der Geburt eines Kindes reduzieren 51 Prozent der Mütter ihr Arbeitspensum, bei den Vätern sind es nur 7 Prozent. Teilzeitarbeit kann zu geringeren Einzahlungen in die berufliche und private Vorsorge führen und sich langfristig auch auf die Leistungen der AHV auswirken. Entscheidungen wie eine Pensumsreduktion bei der Geburt eines Kindes haben damit Folgen bis ins hohe Alter.

Vorsorgeexperte Tashi Gumbatshang sagt: «Teilzeitarbeit kann langfristig zu spürbaren Vorsorgelücken führen.»

Auch nach der Heirat stecken Frauen beruflich häufig zurück: 22 Prozent reduzieren ihr Arbeitspensum. Die Folgen zeigen sich im Alter: Nur 16 Prozent der pensionierten Frauen sagen, dass ihr Geld sehr gut ausreicht, bei den Männern sind es 26 Prozent. Fast die Hälfte der Frauen geht zudem aufgrund von Teilzeitarbeit später als gewünscht in Pension.

Raiffeisen Vorsorgebarometer 2026

Quelle: Raiffeisen Vorsorgebarometer 2026

Erkenntnis #3

Viele Pensionierte nutzen Renditechancen nicht.

Rund die Hälfte aller Anlegerinnen und Anleger bezeichnen ihre Anlagestrategie als sicherheits- oder stabilitätsorientiert. Die meisten bleiben ihrer Strategie im Alter treu: 70 Prozent haben ihre Anlagestrategie nach der Pensionierung nicht angepasst – und 37 Prozent der Pensionierten verzichten gar komplett auf Wertschriften. Das bedeutet, dass grosse Teile des Vermögens auf niedrig verzinsten Konten liegen und Renditechancen kaum genutzt werden.

Vorsorgeexperte Tashi Gumbatshang betont: «Auch im Ruhestand kann es sinnvoll sein, einen Teil des Vermögens langfristig anzulegen, um Renditechancen zu nutzen.»

Wissenswertes

30 Jahre, so lang kann ein Ruhestand inzwischen dauern.

Länger zu leben ist eine gute Nachricht. Vorausgesetzt, die Vorsorge reicht ebenso lange. Heute können 65-Jährige im Schnitt noch mehr als 20 Jahre leben. Je nach individueller Situation kann der Ruhestand sogar rund 30 Jahre dauern. Damit besteht oft noch ein ausreichend langer Anlagehorizont, um einen Teil des Vermögens chancenorientierter anzulegen.

Wer Sicherheit ausschliesslich mit einem möglichst geringen Anlagerisiko gleichsetzt, übersieht eine andere Gefahr: den schleichenden Verlust an Kaufkraft. Durch die Teuerung und negative Realzinsen verliert Geld auf dem Konto laufend an Wert. Gerade bei einem langen Ruhestand kann dies die finanzielle Situation spürbar beeinträchtigen.

Ihr nächster Schritt zur Finanzplanung.

Anlegen im Alter: mit der 3-Topf-Strategie

Fast zwei Drittel der Erwerbstätigen rechnen mit einem gleichbleibenden oder steigenden Geldbedarf im Alter. Ein Grund dafür dürfte sein, dass die meisten heute einen aktiven Ruhestand mit Reisen und vielfältigen Freizeitaktivitäten erwarten. Auch bereiten vielen die hohen Gesundheits- und Pflegekosten Sorgen. Um so wichtiger ist es, Renditechancen im Alter zu nutzen – etwa mit der 3-Topf-Strategie. Diese hilft, das Vermögen passend zum Anlagehorizont zu investieren, indem das Vermögen in drei Gefässe aufgeteilt wird.  Wer die Umsetzung nicht selbst übernehmen möchte, kann mit einer Vermögensverwaltung auf die Expertise erfahrener Anlageexpertinnen und Anlageexperten zählen.

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Zur Studie

Das Raiffeisen Vorsorgebarometer 2026

Das Raiffeisen Vorsorgebarometer ist eine Studie mit hoher Repräsentativität, die jährlich in Zusammenarbeit mit der ZHAW durchgeführt wird. Sie zeigt auf, wie die Schweizer Bevölkerung in Bezug auf die Altersvorsorge tickt. Die Ergebnisse basieren auf einer Online-Befragung, die vom 24. April bis 5. Mai 2026 in allen Landesteilen durchgeführt wurde. Insgesamt nahmen 1'011 Personen im Alter von 18 bis 65 Jahren teil. Ergänzend wurden 150 Personen im Alter von 66 bis 79 Jahren zur Ermittlung von Erkenntnissen über die bereits pensionierte Generation befragt.

Themenfokus Lebensereignisse

Die 9. Ausgabe des Vorsorgebarometers beschäftigt sich mit dem Fokusthema «Lebensereignisse». Die Umfrageergebnisse zeigen, dass Vorsorge meist erst dann in den Fokus rückt, wenn wichtige Veränderungen anstehen – etwa bei Heirat, Familiengründung oder der Erwerb von Wohneigentum. Entscheidungen in diesen Phasen beeinflussen die finanzielle Absicherung im Alter nachhaltig – häufig ohne dass die Betroffenen sich dessen bewusst sind. Wer die Folgen wichtiger Lebensereignisse früh erkennt und rechtzeitig handelt, kann Fehlentscheide vermeiden und die eigene Vorsorge gezielt stärken.

Ihr Vorsorgeexperte

Tashi Gumbatshang

Tashi Gumbatshang

Leiter Kompetenzcenter für Vermögens- und Vorsorgeberatung

Tashi Gumbatshang leitet das Kompetenzcenter für Vermögens- und Vorsorgeberatung bei Raiffeisen Schweiz. Er ist Absolvent der Swiss Banking School und eidg. dipl. Finanz- und Anlageexperte. Im Nebenamt ist er Dozent für Finanz- und Wirtschaftspsychologie an der Kalaidos Fachhochschule.

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