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Die Börse hat die Pandemie abgehakt
Die Berichtssaison zum abgelaufenen Geschäftsjahr neigt sich dem Ende zu.
Enttäuschungen sind weitgehend ausgeblieben, mit dem Flughafen-Retailer Dufry hat unlängst aber ein Unternehmen, das ausserordentlich stark von der Pandemie getroffen wurde, seine Zah-len vorgelegt. Der Umsatz ist gut 70 Prozent eingebrochen, der Verlust beläuft sich auf 2,5 Mrd. CHF. Obwohl das Ergebnis die Erwartungen verfehlte, ist der Aktienkurs nicht getaucht. Invest-oren scheinen die Pandemie abgehakt zu haben und blicken nach vorne. Wie schwierig das ist, zeigte diese Woche der Sanitärtechniker Geberit. Das Unternehmen hat zwar operativ zugelegt und die Marge gesteigert hat, verzichtet aufgrund der Unsicherheiten und wegen der fehlenden Visibilität aber auf einen Ausblick.
Diversifikation zahlt sich aus
Aus Anlegersicht in einem weniger rühmlichen Licht zeigen sich die Schweizer Bluechips Nestlé, Novartis und Roche. Die Aktien dieser Firmen bilden den Schweizer Markt gut ab – so die land-läufige Meinung. Das stimmt nur bedingt: Während der Swiss Market Index (SMI) dieses Jahr gut ein Prozent zugelegt hat, hinken die genannten Schwergewichte dem Leitindex 2 Prozent bis 7 Prozent hinterher. Getrieben wird der SMI dieses Jahr bislang von Banken, Versicherungen, Indu-strie- und Luxusgüteraktien. Es steckt eben doch mehr im Schweizer Leitindex und das Beispiel zeigt: Diversifikation zahlt sich aus. Beim Thema Diversifikation spielen Währungen eine wichtige Rolle. Euro, US-Dollar und britisches Pfund sind im Aufwind. Zwischen 3 Prozent und 7 Prozent haben sie gegenüber dem Franken allein dieses Jahr zugelegt. Allerdings handeln die Währungs-paare lediglich auf Vor-Corona-Niveau. Einzig der Euro ist auf ein Hoch geklettert, wie zuletzt im Juli 2019. Einen sicheren Hafen wie den Franken aufgrund dieser Schwäche bereits abzuschrei-ben ist aber verfrüht.
Hyperinflation in Venezuela
Seit dem 8. März sind in Venezuela drei neue Banknoten im Umlauf. Die Stückelungen lauten auf 200‘000, 500‘000 und eine Million venezolanische Bolìvar. Grund ist die seit Jahren grassierende Hyperinflation, die mittlerweile 90 Prozent der Bevölkerung in die Armut getrieben hat. Das Aus-mass der Geldentwertung zeigt sich daran, dass der Millionenschein einen Gegenwert von gera-de einmal 50 Rappen besitzt. Auch an der Börse spiegelt sich die Inflation. Seit Anfang 2020 ist der venezolanische Leitindex in Lokalwährung 2‘600 Prozent angestiegen, in US-Dollar hat er al-lerdings einen Drittel an Wert eingebüsst.