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12.10.2020

«Mr. President» hat Corona – die Börse pfeift drauf

Mit der Corona-Erkrankung von Donald Trump gelangte ein zusätzlicher Unsicherheitsfaktor an die Börsen.

Die Volatilität an den Aktienmärkten nahm zu – das sogenannte «Angstbarometer» VIX, das die Schwankungsbreite des Marktes misst, notierte zuletzt bei 28 Zählern. In der Folge rückte Gold als sicherer Kapitalhafen wieder verstärkt in den Fokus der Anleger. Das Edelmetall testete die psychologisch wichtige Marke bei 1‘900 US-Dollar je Unze, ein nachhaltiger Durchbruch blieb vorläufig aus.

Verunsicherung an den Märkten

Als sich Trump in der Nacht auf Montag seinen Anhängern präsentierte und die Ärzte vorsicht-igen Optimismus verbreiteten, machte sich Hoffnung auf eine rasche Genesung des Präsidenten breit. Seine Rückkehr ins Weisse Haus und der Start des Zulassungsprozesses für den Corona-Impfstoff des deutschen Unternehmens Biontech brachten am Dienstag indessen keine weiteren positiven Impulse. Vielmehr setzten an den Aktienmärkten Gewinnmitnahmen sowie Sektorrot-ationen aus defensiven in zyklischere Werte ein. Nach dem erfreulichen Wochenauftakt folgte eine Konsolidierungsphase – verstärkt wurde diese von dem vorläufigen Ende der Verhandlun-gen in den USA über ein neues Konjunktur-Hilfspaket. Angesichts der Corona-Pandemie, der an-stehenden US-Präsidentschaftswahl, des drohenden EU-Austritts Grossbritanniens ohne Freihan-delsabkommen sowie der Saisonalität dürfte die Verunsicherung an den Märkten in den näch-sten Wochen weiter zunehmen. Wir sehen daher bei Gold auf drei Monate ein Kurspotenzial bis 2‘000 US-Dollar pro Unze.

Konsolidierungswelle am Schweizer Bankenplatz

Unabhängig vom aktuellen Börsengeschehen rollt die Konsolidierungswelle am Schweizer Bank-enplatz weiter. Zahlreiche klangvolle Namen sind in den vergangenen Jahren bereits von der Bildfläche verschwunden: am Bellevue, Sallfort, La Roche, Leu – um nur einige wenige zu nen-nen. Nun begibt sich mit der Genfer Bank Reyl ein weiteres Finanzinstitut in die Hände eines neuen Eigners. Die Privatbanken-Tochter der italienischen Grossbank Intesa Sanpaolo, Fideuram Intesa Sanpaolo Private Banking, übernimmt 69 Prozent an der Reyl-Gruppe. Allerdings soll die Übernahme nicht das Ende für das Schweizer Institut bedeuten: Die Marke Reyl sowie sämtliche Geschäftszweige der Gruppe sollen bestehen bleiben, verschwinden wird hingegen die Schwei-zer Tochter von Intesa Sanpaolo.