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20.12.2021

«Restriktivere Geldpolitik voraus!»

Die Konsumenten- und Erzeugerpreisdaten für November haben die erhöhten Inflat-ionsrisiken in den USA nochmals bestätigt. Die Post-Corona Erholung von Konjunktur und Arbeitsmarkt hält trotz nachlassender Dynamik an.

Die US-Notenbank Fed hat daher an ihrer Dezember-Sitzung erwartungsgemäss eine schnellere Reduktion ihrer Anleihekäufe beschlossen – statt um 15 neu um 30 Milliarden US-Dollar pro Monat. Darüber hinaus haben die Währungshüter für das kommende Jahr bis zu drei Zinsschritte in Aussicht gestellt. Für 2023 wird nun ein Zinsniveau von 1,6 Prozent angepeilt. Die Obligation-enmärkte zeigten sich von den Neuigkeiten wenig beeindruckt – zu viel war im Voraus einge-preist. Auch in Europa zeichnet sich langsam eine restriktivere Geldpolitik ab. Die Bank of Eng-land (BoE) erhöhte den Leitzins von 0,1 auf 0,25 Prozent. Die Europäische Zentralbank (EZB) hält zwar weiterhin an ihrem Zinsausblick fest – unserer Meinung nach dürfte in der Eurozone, wie auch der Schweiz, erst 2023 ein Zinsschritt anstehen –, lässt aber Ende März 2022 ihr Krisenpro-gramm «PEPP» auslaufen. Keine Änderungen gab es indes bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Diese wird weiterhin im Kampf gegen die Frankenstärke auf Devisenmarktinterventionen setzen. Mit Blick auf die Aktienmärkte bedeutet die raschere Normalisierung der internationalen Geldpolitik, dass sich 2022 der Fokus der Anleger von zinssensitiven Wachstumswerten in Richtung Qualitätsaktien verschieben dürfte.

Swiss Market Index erneut auf Allzeithoch

An der Schweizer Börse sorgten die Dezember-Sitzungen von US-Fed & Co. für Nervosität unter den Anlegern. Der Swiss Market Index (SMI) rutschte zunächst um gut 200 Punkte bis auf 12'400 Zähler ab. In der zweiten Wochenhälfte schoss der SMI im Sog der Wall Street auf ein Allzeithoch bei 12'793 Punkten. Gesucht waren vor allem die Valoren des Pharmariesen Novartis und des Augenheilkunde-Spezialisten Alcon.

US-Senat erhöht Schuldenobergrenze

In den USA verfährt man in Puncto Staatsschulden weiter wie bisher. Statt weniger Geld auszu-geben, passt man die Schuldenobergrenze kontinuierlich an. Der US-Senat hat dieser Tage einer Erhöhung des Limits um 2,5 Billionen US-Dollar auf 31,4 Billionen US-Dollar zugestimmt. Ein Zahlungsausfall der weltgrössten Volkswirtschaft ist damit (vorerst) vom Tisch. Das Problem der ausufernden Schulden ist jedoch einmal mehr nur in die Zukunft verschoben.