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18.05.2020

Anlagechancen in der Coronasituation

Verunsicherung, Volatilität und vage Aussichten belasten die Entscheidungsfindung der Anleger. Obwohl das Vertrauen der Investoren allmählich zurückkehrt, ist es für unein-geschränkten Optimismus zu früh.

Das spiegelt sich in der erhöhten Volatilität. Sie ist ein Risikomass für die Intensität der Kurs-schwankung einer Anlage. In der Schweiz wird diese vom Volatilitätsindex auf den SMI (VSMI) gemessen und steht im Moment bei 28, was klar über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre von 16 ist. Allerdings zeigt der Index auch eine Beruhigung, im März gipfelte der VSMI bei 74. Nur während der Finanzkrise 2008/09 war die Volatilität höher.

Einstiegsmöglichkeiten für Anleger

Obwohl es für Euphorie unter Anlegern keinen Grund gibt, bietet das Corona-Umfeld Einstieg-smöglichkeiten. Noch immer handeln viele Börsen mit Abschlägen von über 20 Prozent im Vergleich zu Anfang des Jahres. Der defensive Schweizer Markt liegt noch gut 8 Prozent unter dem Jahresschluss von 2019. Daraus ergeben sich langfristig interessante Gelegenheiten für Anleger, denn rückblickend war jede Korrektur eine Kaufgelegenheit. Oder wie schon Bankier Carl Mayer von Rothschild sagte: «Kaufen wenn die Kanonen donnern, verkaufen, wenn die Violinen spielen.» Aber es gibt auch in der Krise Gewinner. Amazon zum Beispiel: Der Online-Händler hat seinen Umsatz im ersten Quartal gegenüber derselben Vorjahresperiode um 26 Prozent gesteigert. Der Grund ist klar: Die Welt ist in Quarantäne und kauft übers Internet ein.

Aktien legen in der Tech- und Gesundheitsbranche zu

Die Aktien haben dieses Jahr fast 30 Prozent zugelegt. Auch andere Technologiewerte wie diejenigen des Softwareanbieters Microsoft, des sozialen Netzwerks Facebook oder des Such-maschinenbetreibers Alphabet (Google) handeln höher als Anfang des Jahres. Die Phantasie der Anleger hat auch Biotechnologiewerte erfasst, die an der Entwicklung eines Medikaments oder eines Impfstoffs gegen das Coronavirus beteiligt sind. Am Schweizer Markt haben vor allem Aktien der Gesundheitsbranche zugelegt. Dazu gehören das Pharmaunternehmen Roche, der Pharmaauftragsfertiger Lonza oder die Online-Apotheke Zur Rose. Aber auch Logitech, der Hersteller von Computerzubehör, profitierte von der gestiegenen Nachfrage nach Videoko-nferenzsystemen. Für den langfristigen Anlageerfolg ist es allerdings wichtiger auf die Qualität der Investitionen zu achten, und nicht auf eine sich kurzfristig aus der Coronasituation ergebende Chance.