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06.07.2020

Berichtssaison wird für etwas Klarheit sorgen

Um die Pandemie einzudämmen, haben sich dieses Frühjahr zahlreiche Länder einen Shutdown auferlegt – so auch die Schweiz. Die Zahl der Neuinfektionen konnte da-durch effektiv gesenkt werden. Doch der Quasi-Stillstand grosser Teile der Wirtschaft blieb nicht folgenlos.

Konsum und Produktion sind eingebrochen, die Arbeitslosigkeit massiv gestiegen. Sollten wir von einer weiteren Welle des Coronavirus verschont bleiben, so dürfte mit dem 2. Quartal die Talsohle durchschritten sein. Doch alle Prognosen sind nur so gut wie die ihnen zugrundeliegen-den Informationen. Und genau hier liegt das Problem. Die Entwicklung der Pandemie lässt sich kaum vorhersehen. Dieser Unsicherheit sehen sich auch die Unternehmen ausgeliefert. Viele von ihnen haben deswegen bis zuletzt auf die Herausgabe von konkreten Informationen, wie zum Beispiel Gewinnzielen, verzichtet.

Halbjahreszahlen der Schweizer Unternehmen

Mit Spannung wird daher die Publikation der Halbjahreszahlen erwartet. Diese dürften etwas Kl-arheit verschaffen, welche Auswirkungen die Coronakrise tatsächlich auf den Geschäftsgang der Schweizer Unternehmen hat. Den Startschuss haben bereits Ende Juni die Titlis-Bergbahnen ge-geben. Kommende Woche folgen dann die Hypothekarbank Lenzburg sowie die Ems-Chemie. Von den SMI-Mitgliedern wird am 21. Juli der Aromahersteller Givaudan als Erstes seine Bücher offenlegen. Aufgrund des trüben Marktumfeldes werden wohl die meisten Unternehmen sehr schlechte Halbjahreszahlen publizieren. Besonders schwer dürfte es dabei die Automobil- und Tourismusbranche sowie den Nonfood-Detailhandel treffen. Doch wo Verlierer sind, da gibt es auch Gewinner. Zu den Letzteren zählen die Pharmaindustrie und der IT-Sektor.

Erwartungen der Marktteilnehmer

Angesichts dieser geballten Ladung an «Bad News» stellt sich die Frage, wie die Börsen darauf reagieren werden. Nach der starken Kurserholung kann es in den kommenden Wochen durch-aus zu einer erneuten Korrektur kommen. Vieles ist aber wohl bereits heute in den Erwartungen der Marktteilnehmer eingepreist und dürfte von den Halbjahreszahlen somit lediglich bestätigt werden. Die Volatilität wird uns jedoch weiterhin erhalten bleiben. Dies ist aber nicht nur zum Nachteil der Anleger, kann sie doch durchaus auch Anlagechancen eröffnen.