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Das Coronavirus sorgt weiterhin für Turbulenzen
Zu Wochenbeginn hat der Rohstoffmarkt eine noch nie dagewesene Talfahrt erlebt. Wegen der anhaltenden Coronavirus-Pandemie ist der Preis für die im Mai auslaufen-den Terminkontrakte auf US-Rohöl erstmals in seiner über 30-jährigen Geschichte ins Minus gerutscht.
Der wirtschaftliche Shutdown zur Eindämmung des Coronavirus hat im 1. Quartal 2020 die globale Öl-Nachfrage deutlich zurückgehen lassen. Dennoch wird weiterhin überproportional viel Rohöl gefördert. Dies hat zu einem massiven Angebotsüberhang geführt. Die von den öl-exportierenden Ländern (OPEC) beschlossene und ab Mai geltende Förderkürzung um 10 Mil-lionen Barrel pro Tag, dürfte dabei vorerst nur ein Tropfen auf den heissen Stein sein. Die Befür-chtungen, dass die Lagerkapazitäten in Bälde ausgeschöpft sind, haben daher zu einem mas-siven Wertverlust der Mai-Kontrakte geführt. Mit dem schrittweisen Rauffahren der Wirtschaft in den kommenden Wochen dürfte sich jedoch die Situation am Ölmarkt wieder leicht entspannen.
Auswirkungen auf die Dividendenpolitik
Die globale Ausbreitung des Coronavirus hat auch auf die Dividendenpolitik der Unternehmen deutliche Auswirkungen. Der Flughafen Zürich hat es getan, der Sporthersteller Puma und sogar die ehemalige Novartis-Tochter Alcon haben es getan: Sie alle haben ihre Dividenden ersatzlos gestrichen. Weitere Unternehmen dürften folgen. Der Unmut der Aktionäre ist vorprogrammiert. Doch wieso verzichten derzeit so viele Unternehmen auf eine Gewinnbeteiligung ihrer Anteils-eigner? Als Bemessungsgrundlage dient schliesslich das Jahr 2019, welches alles in allem ein sehr gutes Wirtschaftsjahr gewesen ist. Die Antwort ist denkbar einfach: Langfristige Liquiditäts-sicherung in einer von hoher Unsicherheit geprägten Zeit.
Dividenden von morgen sichern
Niemand mag zum heutigen Zeitpunkt sagen, wann die Welt wieder vollständig zur Normalität zurückkehren kann. Es wurden zwar umfangreiche staatliche Rettungsprogramme aufgegleist, doch jeder Überbrückungskredit muss irgendwann in der Zukunft zurückgezahlt werden. Beson-ders KMU versuchen aus eigener Kraft über ausreichende Geldpolster zu verfügen, um das Ge-schäft auch in der Krise am Laufen zu halten. Kurzfristig mag der Verzicht auf die Dividende sch-merzen. Doch langfristig hilft der Aktionär damit das Unternehmen durch die Krise zu bringen und sichert so die Dividende von morgen.