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01.03.2021

Den Börsen fehlen Impulse

Die Börse lebt von Nachrichten. Positive befeuern, negative drücken in der Regel die Aktienkurse.

Nachdem die Mehrheit der Unternehmen ihre Geschäftsergebnisse publiziert hat, drohen den Anlegern nun die Impulse und dem Markt die Luft auszugehen. Das muss nicht in einer Korre-ktur münden. Ob aber allein die fehlenden Anlagealternativen und die niedrigen Zinsen für eine Fortsetzung des Bullenmarktes ausreichen, ist ungewiss. Zudem nehmen die Bewertungen der Aktien die konjunkturelle Erholung vorweg, die Ausblicke der Unternehmen bleiben vorsichtig und der Umfang der Hilfspakete ist bekannt. Eine gewisse Unsicherheit spiegelt sich weiterhin in einer erhöhten Volatilität, sie liegt noch klar über dem langfristigen Durchschnitt und den Wert-en vor der Corona-Krise. Erst wenn klare Erfolge im Kampf gegen die Corona-Pandemie erzielt werden, weitreichende Betriebsöffnungen stattfinden und auch im Alltag eine gewisse Ruhe ein-kehrt, ist mit einem nachhaltigen Rückgang der Volatilität zu rechnen

Steigende Zinsen

Auch bei den Zinsen ging es plötzlich schnell: Noch Anfang des Jahres lagen die 10-jährigen US-Zinsen bei 0,91 Prozent, aktuell sind sie bei 1,41 Prozent. Damit rücken festverzinsliche Anlagen langsam aber stetig wieder in den Fokus der Investoren, zumal die Dividendenrendite des US-Leitindex S&P 500 mit 1,5 Prozent nur unwesentlich höher steht. Gründe für die steigenden Zin-sen sind die Hoffnung auf eine rasche Konjunkturerholung und aufkeimende Inflationssorgen. Auch in der Schweiz steigen die Zinsen. Allerdings ist die risikolose Rendite für Schweizer Anl-eger mit einem 10-Jahreshorizont immer noch negativ. Hiesige Zinsen kletterten von -0,55 Proz-ent innerhalb von knapp zwei Monaten auf -0,27 Prozent. Sicherheit hat eben immer noch sein-en Preis.

Britisches Pfund profitiert

Ein regelrechtes Comeback erlebt gerade das britische Pfund. Zum Schweizer Franken hat die britische Valuta allein dieses Jahr rund 6 Prozent zugelegt. Dank sinkender Corona-Fallzahlen, Impferfolgen sowie einem greifbaren und klar skizzierten Weg aus dem Lockdown schöpfen Anleger Hoffnung. Die Kurse der britischen Währung gegenüber dem Schweizer Franken han-delten diese Woche erstmals wieder auf Vor-Corona-Niveau. Dennoch dürfte es sich bei der aktuellen Gegenbewegung nur um eine temporäre Entwicklung handeln, zu stark belasten die Unsicherheiten rund um den Brexit und dem damit zusammenhängenden Handelsabkommen mit der Europäischen Union (EU) die britische Wirtschaft.