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13.09.2021

Der Börse fehlen die Impulse

Unsicherheiten rücken wieder in den Fokus und rauben dem Schweizer Leitindex SMI die Dynamik. Darüber vermag auch das gute Halbjahresergebnis des Vermögensver-walters Partners Group nicht hinwegtäuschen, schliesslich war nichts anderes erwartet worden.

Das Unternehmen hatte bereits im Vorfeld den Gewinnkorridor angehoben. Unter Druck waren die Titel von Holcim. Dass der Fusionspartner Lafarge beschuldigt wird, die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) finanziert zu haben, war bekannt. Nun hat aber ein Gericht in Frankreich die Untersuchungen auf Komplizenschaft zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Gefähr-dung des Lebens anderer ausgeweitet. Während das finanzielle Ausmass einer möglichen Busse in Frankreich überschaubar scheint, droht eine Klage aus den USA diesen Rahmen zu sprengen.

Ankeraktionäre verkaufen Anteile

Attraktivere Anlagemöglichkeiten sind in der Regel der Hauptgrund für den Verkauf einer Aktie. Deshalb werden Investoren hellhörig, wenn sich Grossaktionäre von ihren Anteilen trennen. Beim Komponentenhersteller Huber+Suhner wurde diese Woche aus dem Umfeld der Gründer-familie ein Anteil von 10,6 Prozent verkauft. Beim Glasverpackungskonzern Vetropack kam es aufgrund von Veränderungen beim Mehrheitsaktionär Cornaz ebenfalls zu einer substanziellen Reduktion des Anteils. Ebenso beim IT-Unternehmen SoftwareOne, bei dem sich der Private Eq-uity Investor Kohlberg Kravis von seinen verbliebenen Aktien trennte. Die amerikanische Beteili-gungsgesellschaft war mit 20 Prozent vor und mit 15 Prozent nach dem Börsengang stets ein prominenter Aktionär, hat seinen Anteil seither aber laufend reduziert. Egal welche Motive ein Ankeraktionär beim Verkauf seiner Anteile verfolgt, es sind Anzeichen, bei denen sich auch Kleinanleger fragen sollten, ob das Investment noch ins Portfolio passt. In diesem Zusammen-hang darf auch der Börsengang des Schweizer Turnschuhherstellers On an der New Yorker Börse kritisch hinterfragt werden. Aus Unternehmenssicht ist der Zeitpunkt für eine Publikumsöffnung gut, da der Markt bereit ist hohe Bewertungen zu bezahlen. Aber laufen Investoren da nicht Gefahr, zu viel zu bezahlen?

Positive Stimmung droht zu kippen

Die Art, wie die Börse auf Konjunkturdaten reagiert, ist widersprüchlich. Sind die Zahlen gut, freuen sich Anleger über die Erholung. Sind sie schwach, freut man sich darüber, dass die Zinsen wohl noch länger niedrig bleiben werden. Beides beflügelte bislang die Aktienmärkte. Nun droht die positive Stimmung aufgrund einer Wachstumsabschwächung in den USA doch noch zu kip-pen. Für Unsicherheit sorgt auch der Anstieg der Corona-Deltavariante.