News
Deutsche Autokonzerne umgarnen Donald Trump
Die grossen deutschen Autokonzerne VW, Daimler und BMW warten auf den Tweet des US-amerikanischen Präsidenten. In der Zwischenzeit bleiben die Sanktionen der USA gegenüber ausländischen Auto-Importen bestehen.
Höhere US-Zölle oder Einfuhrquoten auf Automobile aus der EU liegen schon seit Monaten in der Luft. Laut amerikanischem Wirtschaftsministerium ist die ausländische Autoindustrie ein Sicherheitsrisiko und dementsprechend seien Strafmassnahmen angebracht. Die Entscheidung für oder gegen ebensolche hatte US-Präsident Trump im Frühling nochmals herausgeschoben: auf den 13. November. Doch Nachrichten – beziehungsweise ein Tweet – über eine endgültige Entscheidung blieben diese Woche noch aus. Sie könnten aber schon bald folgen.
german cars «made in USA»
Die deutschen Autokonzerne haben im Vorfeld der Deadline jedenfalls keine Kosten und Mühen gescheut, um die Werbetrommel für german cars «made in USA» zu rühren. So verkündete Vo-lkswagen am Mittwoch mit einem symbolischen Spatenstich ein Investitionsprogramm von 800 Millionen US-Dollar. In Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee will VW vom Jahr 2022 an Elektroautos produzieren und zunächst 1000 neue Arbeitsplätze schaffen. Milliardenschwere Investitionen hat auch Daimler angekündigt. Und weiter wachsen möchte auch der dritte im Bunde der deutschen Automobilriesen: BMW. Die Münchner haben in Spartanburg längst das grösste Werk des gesamten Konzerns stehen und produzieren im Süden der USA jedes Jahr mehr als 350‘000 Fahrzeuge. Damit ist BMW – noch vor General Motors und Ford – der grösste Autoexporteur Amerikas.
Investitionen lohnen sich trotz Strafzöllen
Ob die Anbiederungstaktik der Deutschen erfolgreich ist, dürfte sich in den nächsten Tagen und Wochen zeigen. Falls eine solche denn überhaupt existiert. Angesichts der langen Investition-szyklen in der Autoindustrie müssen deren Manager sowieso über den derzeitigen US-Präsid-enten hinausdenken. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht machen die angekündigten Investitionen auf jeden Fall Sinn – Strafzölle hin oder her.
Die Aktienmärkte lassen sich vom ständigen Hin und Her beim Thema Handel derweil seit lä-ngerem kaum noch beeindrucken. Schon seit Wochen ist die Tendenz der Preise nach oben geri-chtet. Dies hinterlässt nun auch bei den Anlegern seine Spuren: die Stimmung dreht langsam aber sicher in Richtung Optimismus. Der leichteste Teil der Aufwärtsbewegung liegt nun hinter uns. Und die Wahrscheinlichkeit für einen zumindest vorübergehenden Kursrücksetzer nimmt langsam aber sicher zu.