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Die EZB drückt nochmals aufs Gaspedal
Neben der weiteren Senkung des Einlagezinssatzes wurde auch das Anleihekaufprogramm «Quantitative Easing» wieder aufgenommen. Die EZB wird ab November monatlich Anleihen im Gegenwert von 20 Milliarden Euro kau-fen. Insgesamt lagen die Ankündigungen im Rahmen der Erwartungen und so hielten sich auch die Marktbewe-gungen in Grenzen.
Zukünftige Auswirkungen der Negativzinsen
Es stellt sich natürlich die Frage, was die jüngsten Massnahmen der EZB effektiv noch bewirken können. Unserer Meinung nach realwirtschaftlich gesehen wenig bis gar nichts. Es mangelt nämlich nicht an fehlender Liquidität – im Gegenteil: Unternehmen können sich am Kapitalmarkt praktisch zum Nulltarif refinanzieren oder erhalten teils sogar noch Geld für die Kapitalaufna-hme. Nur fehlt im aktuellen Umfeld die Bereitschaft, grössere Investitionen zu tätigen – dem Handelskonflikt sei Dank. Auch bei den Privatpersonen führen Negativzinsen nicht automatisch dazu, dass die Konsumausgaben erhöht werden. Auch hier hat sich eher ein gegenteiliges Ver-halten gezeigt: Da der Zinseszinseffekt ausbleibt, müssen Sparer für die Erreichung ihrer Ziele noch mehr Geld auf die hohe Kante legen. Die Sparquote steigt daher tendenziell weiter an.
Alles in allem dürften also die zusätzlichen Lockerungsmassnahmen weitgehend verpuffen.
SNB unter Druck
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) dürfte mit einer gewissen Nervosität auf den EZB-Entsch-eid gewartet haben. Der EUR/CHF-Wechselkurs hat sich unmittelbar nach dem Entscheid wieder etwas aufgewertet und damit bleibt der Druck auf die SNB vorderhand bestehen. Trotzdem gehen wir davon aus, dass die Nationalbank den Einlagezinssatz am 19. September unverändert bei -0.75 Prozent belassen wird. Eine erneute Zinssenkung dürfte weiterhin als Ultima Ratio gel-ten. Sollte der Franken in den kommenden Wochen und Monaten aber wieder verstärkt unter Aufwertungsdruck geraten, dürfte die SNB vorerst weiter zum «bewährten» Mittel der Devisen-marktinterventionen greifen. Für Sparer bleibt die Ausgangslage allerdings weiterhin ungem-ütlich: Die Tiefzinsen und der entsprechende Anlagenotstand werden noch eine Weile anhalten.