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14.06.2021

Die Luft wird langsam dünn

Die gute Stimmung am heimischen Aktienmarkt hält vorerst an.

Der Swiss Market Index (SMI) schraubte bis Donnerstagmorgen sein Allzeithoch auf 11‘823 Punkte. Haupttreiber waren die Pharmawerte Lonza und Roche. Stark präsentierten sich zudem einmal mehr der Luxusgüterhersteller Richemont und der Uhrenbauer Swatch. Deutlich gesch-wächelt haben hingegen die Finanztitel. Charttechnisch notiert der SMI gut 10 Prozent über seinem 200-Tagesschnitt. Zudem ist er klar überkauft. Die Volatilität ist indes niedrig. Der VSMI, das Schweizer Pendant zum Angstbarometer VIX, bewegt sich um die Marke von 13 Punkten. Er liegt damit nur knapp über seinem Vor-Krisen-Niveau. Anleger sollten vorsichtig sein: Die Luft nach oben wird in Ermangelung frischer Kursimpulse langsam dünn. Die Gefahr von Kursrücksetzern nimmt zu.

Positive Impulse

Die Schweizer Wirtschaft nimmt indes spürbar Fahrt auf. Die Einkaufsmanagerindizes (PMIs) be-finden sich auf Rekordständen – die Unternehmen schauen also so positiv wie noch nie in die Zukunft. Und auch die Arbeitsmarktdaten sind verheissungsvoll. So ist die um saisonale Effekte bereinigte Arbeitslosenquote im Mai gemäss Daten des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) gegenüber dem Vormonat von 3,2 Prozent auf 3,0 Prozent gesunken. Sie liegt damit nur knapp über ihrem 5-Jahresschnitt (2,9 Prozent). Der Wirtschaftsverband Economiesuisse zeigt sich mit Blick auf das laufende Jahr optimistisch. Kehrseite des Aufschwungs ist die anziehende Inflation. So lag die Jahresteuerung hierzulande im Mai bei 0,6 Prozent. Dies ist der höchste Stand seit knapp 2 Jahren.

Erholungsprozess der Schweizer

Das Plus von 0,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat ist auf verschiedene Faktoren zurückzu-führen: unter anderem auf die höheren Preise für Pauschalreisen ins Ausland sowie die nach einer Stagnationsphase zuletzt wieder gestiegenen Wohnungsmieten. Letztere machen rund 20 Prozent des Warenkorbs zur Berechnung der Inflationsrate aus. Im internationalen Vergleich ist die Teuerung allerdings bescheiden, da der Energieanteil im Schweizer Warenkorb deutlich ge-ringer gewichtet ist. Der Erholungsprozess der Schweizer Wirtschaft wird aus unserer Sicht wen-iger dynamisch als in den meisten Nachbarländern verlaufen. Denn diese starten wegen der härteren und längeren Einschränkungen von tieferen Ausgangsniveaus. Wir prognostizieren für das laufende Jahr ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 2,8 Prozent.