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02.11.2020

Die Stimmung der Anleger ist gekippt

Plötzlich geht alles ganz schnell. Die Corona-Infektionszahlen klettern rasant, Regieru-ngen verschärfen die Massnahmen zur Eindämmung des Virus.

Die Stimmung an den Börsen kippt und die Aktienkurse bröckeln. Was steigt ist die Volatilität und die Angst der Investoren. Vorsicht ist andernorts aber schon länger ein Thema: Unterne-hmen reduzieren und verschieben ihre Investitionen, Privathaushalte erhöhen die Sparquote. Der Effekt ist derselbe: Der Konsum leidet, das Geld fehlt in den Kassen der Unternehmen, der wirt-schaftliche Aufschwung droht ins Stocken zu geraten. Hinzu kommen die Ungewissheit rund um die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie, der unsichere Ausgang der US-Präsidentschafts-wahlen und der mögliche EU-Austritt Grossbritanniens ohne Freihandelsabkommen. Wir bleiben deshalb defensiv positioniert.

Neues Umfeld für Unternehmen

Dass Enttäuschungen anlässlich der Berichtssaison zum dritten Quartal bislang mehrheitlich aus-geblieben sind hat vor allem zwei Gründe: Erstens sind die Erwartungen der Analysten nach dem schwachen zweiten Quartal immer noch niedrig, zweitens gelang vielen Unternehmen im dritten Quartal ein regelrechter Zwischenspurt. Dieser wurde vielfach von aufgeschobenen Ausgaben aus dem zweiten Quartal beflügelt. Rosig ist das Bild allerdings nicht. Unternehmen stellen sich auf das neue Umfeld ein. Kostensenkungen sind das Eine, Restrukturierungen und Neuausricht-ungen das Andere. Ob Unternehmen nun vermehrt das schwache Jahr 2020 nutzen, um schl-echte Nachrichten zu verpacken, wird sich zeigen.

Sprung an die Börse

Aber es gibt auch positive Nachrichten: Am 5. November wagen Ant Financial Services den Spr-ung an die Börse. Mit einem Volumen von 35 Mrd. US-Dollar soll es ein Rekord-Börsengang wer-den und die bislang grösste Publikumsöffnung des saudischen Ölkonzerns Saudi Aramco
(29 Mrd.) aus dem Jahr 2019 übertreffen. Das Unternehmen strebt nach einer Gesamtbewert-ung um 280 Mrd. Dollar. Gehandelt werden die Aktien an den Börsen in Hongkong und Shan-ghai. Die Tochtergesellschaft des chinesischen Online-Händlers Alibaba bietet mit Alipay mobile Bezahldienste an und betreibt mit Yu‘e Bao den weltweit grössten Geldmarktfonds. Wachstums-potenzial besteht im Ausland. Durch die Zusammenarbeit mit den grossen Kreditkartengesel-lschaften Visa und Mastercard ist der Grundstein für die internationale Expansion bereits gelegt und bietet künftige Wachstumschancen.