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09.06.2022

Ein giftiger Cocktail für die Börse

Der Zugbauer hat von den SBB den grössten Auftrag der Schweizer Bahngeschichte erhalten. Das Auftragsvolumen beträgt rund 2 Milliarden Franken. Weniger rund lief es dem Pharma-auftragsfertiger Dottikon nach der Vorlage seines Jahresberichts. Die Valoren handelten zeit-weise mit einem Abschlag von über 10 Prozent. Während sich der Umsatz mit einem Plus von
15 Prozent ordentlich entwickelte, drückten höhere Kosten auf die Profitabilität. In gedämpftem Scheinwerferlicht stand diese Woche auch die Onlinebank Swissquote. Wegen einer möglichen Verletzung der Ad-hoc-Publizitätsvorschriften hat die Regulierungsstelle der Schweizer Börse SIX eine Untersuchung angeordnet. Konkret geht es um die zeitnahe Vorabveröffentlichung des Halbjahresergebnisses am 16. Juni 2021. Die Börse zeigte sich davon unbeeindruckt. Einmal mehr gerieten auch die Aktien der Credit Suisse unter Druck. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte darüber berichtet, dass sich die Grossbank Gedanken zu einer möglichen Kapitalerhöhung mache. Obwohl das Institut dementierte, bleibt ein schaler Nachgeschmack – und eine schwache Aktienperformance.

Bewertungen bei sinkenden Aktienkursen

Aufgrund der sinkenden Kurse sind die Bewertungen vieler Aktienmärkte, auf Basis der Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGV), rückläufig. Aus diesem Grund jetzt blindlings in Aktien zu invest-ieren, wäre aber falsch, denn die zweite Komponente des KGV ist der Gewinn. Bislang haben zwar erst wenige Unternehmen ihre Jahresprognose kassiert. Wir gehen aber davon aus, dass sich im Rahmen der Halbjahreszahlen weitere Unternehmen vorsichtig äussern und ihren Aus-blick reduzieren werden. Dann wären Aktien plötzlich wieder teuer. Aufgrund dieser Unsicher-heit halten wir an unserem Untergewicht in Aktien fest.

Chinas Konjunkturpaket

Derweil versucht China seiner Wirtschaft mit 33 Massnahmen wieder auf die Sprünge zu helfen, nachdem die Null-Covid-Politik der Konjunktur einen harten Dämpfer verpasst hat. Dazu gehör-en unter anderem Steuergutschriften, der Ausbau der Infrastruktur, die Stimulierung des privaten Konsums oder tiefere Kreditkosten. Mit der Aufhebung der Corona-Massnahmen Anfang Juni ist ein weiterer Schritt unternommen, um wieder auf den Wachstumspfad zurückzukehren. Obwohl die konjunkturellen Massnahmen in die richtige Richtung zielen und die Regierung in China ihr Wachstumsziel von 5,5 Prozent im Auge behält, haben wir unsere Prognose für das laufende Jahr von 5 Prozent auf 3 Prozent reduziert.