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Gewinnsaison läuft auf Hochtouren
Die Unternehmen publizieren derzeit fleissig ihre Jahresergebnisse. Die Erwartungen der Analysten werden dabei nicht erfüllt. Insbesondere die Ergebnisse der CS und Nestlé standen diese Woche im Fokus.
In diesen Tagen läuft die Gewinnsaison auf Hochtouren und viele Unternehmen publizieren ihre Jahresergebnisse. Am Donnerstag standen vor allem die Zahlen der Credit Suisse sowie Nestlé im Fokus. Die Grossbank wies für 2019 einen Gewinn von 3.4 Milliarden Schweizer Franken aus. Das Ergebnis wurde allerdings durch diverse Sondereffekte beeinflusst. Gleichzeitig wurden Rückstellungen für hängige Rechtsfälle in der Höhe von 389 Millionen vorgenommen. Weiterhin in der Verlustzone operiert die Investment Bank und die Frage stellt sich je länger je mehr, wie lange die CS noch an dieser Sparte festhalten will. Insgesamt lagen die Zahlen unter den Erwartungen, was der Markt entsprechend mit Abgaben quittierte. Auch der Aktienkurs von Nestlé kam etwas unter Druck. Der Umsatz sowie der Gewinn konnten zwar gesteigert werden, allerdings lagen auch hier die Erwartungen der Analysten höher. Nach der sehr starken Perfor-mance der Nestlé-Aktie im letzten Jahr, lagen Gewinnmitnahmen in der Luft. Interessant ist ein Rückblick auf die Performanceentwicklung dieser beiden Titel. In den letzten zehn Jahren bra-chte die Nestlé-Aktie den Anlegern eine erfreuliche annualisierte Gesamtrendite von fast 11 Prozent. In derselben Zeitperiode verlor die CS-Aktie 8 Prozent und zwar pro Jahr! Aus unserer Sicht gibt es wenige Gründe, warum sich diese Entwicklung in der laufenden Dekade umkehren sollte.
Coronavirus wirkt sich auf die globale Konjunktur aus
Weiter für Schlagzeilen sorgt das Coronavirus. Auch wenn der Höhepunkt der Epidemie gemäss diversen Forschungsinstituten wohl gegen Ende Februar erreicht werden dürfte, sollten die Auswirkungen auf die globale Konjunktur nicht unterschätzt werden. Die Produktions- und Lieferketten wurden während Wochen de facto unterbrochen und sind noch immer nicht vollständig wiederhergestellt. Wie stark der Warenhandel in Mittleidenschaft gezogen wurde, lässt sich beispielweise am Baltic Dry Index ablesen. Der Index misst den Preis für die Miete von Containerschiffen. Seit Anfang Jahr ist der Preis um über 60 Prozent gefallen und verdeutlicht, dass der Warenhandel kurzfristig praktisch zum Erliegen gekommen ist. Natürlich wird sich die Situation beruhigen, sobald die Coronavirus-Epidemie unter Kontrolle gebracht ist. Für die Weltkonjunktur und die Unternehmensergebnisse ist im ersten Quartal aber so oder so mit deutlichen Bremsspuren zu rechnen.
Matthias Geissbühler, Chief Investment Officer