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16.05.2022

Gute Nachrichten werden ausgeblendet

Die Börse sinkt, die Unsicherheit steigt. So lässt sich die Woche kurz zusammenfassen. Rezessions- und damit Zinsängste stehen aktuell im Fokus der Anleger. Dabei gibt es auch Positives zu vermelden.

So erwirtschaftete der Versicherungskonzern Zurich ein gutes erstes Quartal. Es erstaunt daher nicht, dass die Titel dieses Jahr zu den Stärksten im Swiss Market Index (SMI) gehören. Über einen positiven Jahresstart freuten sich auch die Aktionäre des Augenmittelkonzerns Alcon, der seinen Gewinn verdoppelte und so einen deutlichen Margenanstieg verbuchte. Der Versicher-ungskonzern Swiss Life hat im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr zwar mehr Prämien und Gebühren eingenommen, bei den Prämieneinnahmen allerdings die Erwartungen verfehlt. Einen Dämpfer musste der Pharmakonzern Roche hinnehmen. Eine neuartige Krebstherapie brachte nicht die gewünschten Resultate. Weil aber viele Anleger einen positiven Ausgang erwartet hatten, ist der Aktienkurs eingeknickt.

Die aktuellen Risiken belasten die Stimmung der Investoren. Diese ist, gemessen am Bull-Bear-Spread, auf den niedrigsten Wert seit der Finanzkrise gesunken. Das wäre eigentlich ein Kauf-signal. Aber in den Kursen spiegelt sich dieser Pessimismus nur teilweise. Denn trotz negativer Stimmung ist die Kapitulation der Anleger bisher ausgeblieben. Im März dieses Jahres handelte der SMI unter 11’000 Punkten, aktuell steht er bei 11’321. Es besteht also Luft nach unten.

Tech-Aktien verlieren an Wert

Die Börsenkorrektur fordert ihren Tribut: Seit Anfang des Jahres haben die Aktien der grossen Technologieunternehmen Apple, Microsoft und der Google-Mutterkonzern Alphabet zwischen 18 und 23 Prozent verloren. Damit wurde ein Wert von über 1'200 Milliarden US-Dollar vernicht-et. Soviel wie die gesamte Marktkapitalisierung des Swiss Market Index (SMI). Und das sind nur die drei grössten US-Technologieunternehmen.

 

Ausverkauf herrscht auch bei den Kryptowährungen. Das erste Mal seit rund zehn Monaten fiel der Bitcoin unter die Marke von 30’000 US-Dollar. Damit hat er sich seit seinem Höchst im Nov-ember 2021 mehr als halbiert. Als Portfoliodiversifikator hat der Bitcoin damit versagt.

 

US-Notenbank Fed wird Geldpolitik weiter straffen

Entspannung gibt es dagegen von der Inflationsfront. Die US-Teuerung lag im April bei 8,3 Proz-ent. Ein leichter Rückgang, nachdem die Inflation im März mit 8,5 Prozent auf den höchsten Wert seit 1981 geklettert war. Dennoch sorgen die Zahlen für Ungemach, denn erwartet wor-den war ein Rückgang auf 8,1 Prozent. Die US-Notenbank Fed wird also die Geldpolitik weiter straffen und befindet sich damit auf einer Gratwanderung: Es gilt die Wirtschaft abzubremsen, aber nicht abzuwürgen und in eine Rezession zu manövrieren.