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Handelskonflikt sorgt vorerst nicht für Panik
Die Anleger scheinen den Handelskonflikt zurzeit nicht als unmittelbare Gefahr wahr-zunehmen. Zwar hat sich seit der Übereinkunft zwischen Donald Trump und Jean-Claude Juncker die Lage aus europäischer Sicht spürbar entspannt. Jedoch gilt dieser (temporäre?) Waffenstillstand nicht für die Auseinandersetzung zwischen den USA und China.
Die Auseinandersetzung zwischen den USA und China wird weiterhin mit unverminderter oder sogar zunehmender Unerbittlichkeit geführt. So wurde diese Woche eine weitere Eskalation-sstufe erreicht. Auf die amerikanische Ankündigung zusätzlicher Importzölle auf chinesische Produkte reagierte Peking mit der Drohung, weitere Vergeltungszölle auf US-Produkte zu erheben.
Moderate Schwankungen auf den Aktienmärkten
Die Aktienmärkte reagieren auf den immer heftiger werdenden handelspolitischen Schlag-abtausch zwischen den beiden grössten Volkswirtschaften zusehends mit einer gewissen Ab-gestumpftheit. Dies widerspiegelt sich in relativ moderaten Schwankungen. Diese Abgestumpft-heit dürfte vor allem auf drei Gründe zurückzuführen sein. Erstens scheinen sich die Märkte bereits an die mehrheitlich schlechten Nachrichten zum Handelskonflikt gewöhnt und gleich-zeitig auf dessen Andauern eingestellt zu haben. Zweitens hat die laufende und insgesamt erneut solide Berichtssaison mit einigen ausgezeichneten Unternehmensergebnissen einen positiven Einfluss auf die Aktienkurse. Und drittens zeigen die Konjunkturindikatoren weiterhin noch keine Belastungseffekte durch den andauernden Handelskonflikt.
Nicht zu unterschätzende Bedeutung des Handelskonflikts
Trotzdem darf der weitere Verlauf der handelspolitischen Auseinandersetzungen keinesfalls unterschätzt werden. Zwar ist es durchaus möglich, dass analog zur transatlantischen Handels-politik auch zwischen China und den USA Lösungen am Verhandlungstisch gesucht werden. Ebenfalls denkbar ist aber auch eine zusätzliche Verschärfung, die von den Finanzmärkten zurzeit noch nicht antizipiert wird - entweder in Form einer erneuten Konfrontation zwischen Europa und den USA oder durch eine unkontrollierte Eskalation zwischen Washington und Peking.
Gerade die anstehenden Midterm-Wahlen dürften Trumps Verhalten im Handelskonflikt noch unberechenbarer machen, als es ohnehin schon ist. Zwar gelang es dem US-Präsidenten die Reihen innerhalb der Republikaner weitgehend zu schliessen. Ob vor diesem Hintergrund die zuletzt denkbar knapp ausgehenden Nachwahlen in republikanischen Hochburgen von Donald Trump als Ansporn für noch mehr aussenpolitische Aggressivität gesehen werden, ist zumindest nicht auszuschliessen.