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22.03.2021

Inflationssorgen, steigende Zinsen und die US-Fed

Mit Spannung erwarteten die Anleger die März-Sitzung der US-Notenbank Fed, welche für Mitte dieser Woche angesetzt war.

Die Inflationserwartungen in den USA sind in den letzten Wochen deutlich gestiegen und in Folge dessen auch die Zinsen. So rentierten etwa 10-jährige US-Staatsanleihen mit 1,6 Prozent so hoch wie seit über einem Jahr nicht mehr. Der Zinssatz lag damit gar über der durchschnit-tlichen Dividendenrendite des S&P 500 Index (1,5 Prozent). Damit werden in den USA Staats-anleihen wieder zunehmend eine Alternative zu Aktien sein. Für die sich langsam erholende Wirtschaft sind es hingegen keine «good news», da dies eine Verschärfung der Finanzierungs-bedingungen am Kapitalmarkt bedeutet.

Unruhe im Anleihebereich

Obgleich die Anleiherenditen in Europa weniger stark angezogen haben, hatte die Europäische Zentralbank (EZB) bereits eine Woche zuvor verkündet, ihr Anleihekaufprogramm zu beschleu-nigen und so den jüngsten Marktentwicklungen entgegen zu wirken. Vor diesem Hintergrund war die wohl zentralste Frage an die US-Währungshüter jene, ob und wie sie der Unruhe im An-leihebereich begegnen würden. Die Antwort der Fed war indessen unspektakulär: Alles bleibt wie gehabt. Die Notenbanker um Jerome Powell erwarten eine raschere wirtschaftliche Erho-lung, Grund für eine restriktivere Geldpolitik ist dies für sie jedoch noch nicht. Auch das Thema Inflation bereitet der Fed derzeit wenig Kopfzerbrechen, sie sieht darin ein temporäres Phän-omen.

Verfahren gegen Grossbritannien

Für Gesprächsstoff sorgte diese Woche des Weiteren das erneute Aufflammen des Brexit-Themas. Die Europäische Union (EU) hat vergangenen Montag ein Verfahren gegen Grossbritan-nien wegen Verletzung des Austrittsvertrags eingeleitet. Stein des Anstosses ist eine Sonderrege-lung betreffend der Provinz Nordirland. Brüssel wirft London vor, Vereinbarungen eigenmächtig zu ändern und so gegen den 2019 ausgehandelten Brexit-Vertrag zu verstossen. Das darin ent-haltene Nordirland-Protokoll sieht vor, dass für Nordirland die Regeln des EU-Binnenmarktes auch zukünftig gelten sollen. Dies soll Kontrollen an der Binnengrenze zum EU-Staat Irland über-flüssig machen, erfordert jedoch solche beim Warenverkehr mit Grossbritannien. Ursprünglich sollten diese nach Ablauf einer Übergangsphase per Ende März starten. London weigert sich aber, die Einfuhrkontrollen zu installieren, da es eine Abnabelung Nordirlands vom Rest des Königreichs befürchtet.