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29.08.2022

Investoren stehen an der Seitenlinie

Dem Swiss Market Index (SMI) fehlen aktuell die Impulse für eine klare Richtung. Verhaltener Optimismus sowie die Angst vor schwachen Wirtschaftszahlen und einer restriktiven Geldpolitik halten sich die Waage. Die Volatilität ist gegenüber der Vor-woche zwar leicht angestiegen, verharrt aber auf niedrigem Niveau.

Positiv aufgenommen wurde die Nachricht, dass der Pharmakonzern Novartis seine Generika-sparte Sandoz abspaltet. Ebenfalls für positive Nachrichten sorgte der Flughafen Zürich mit seinem Halbjahresergebnis. Der Umsatz liegt mit 458 Millionen Franken knapp drei Viertel über dem Vorjahr. Die Corona-Erholung ist damit zwar intakt, trotzdem fehlen noch 20 Prozent der Erträge zum Vorkrisenniveau des ersten Semesters 2019. Für wenig Aufsehen sorgte dagegen die Ankündigung des Augenheilkunde-Konzerns Alcon, der Aerie Pharmaceuticals übernimmt. Das auf Augenheilkunde-Therapien spezialisierte US-Unternehmen soll 2022 einen Umsatz von 130 bis 140 Millionen US-Dollar erwirtschaften und ab 2024 das Ergebnis von Alcon positiv beeinflussen. Ein gemischtes Bild lieferten die Immobiliengesellschaften. Während Swiss Prime Site, Allreal und SF Urban Properties ihr operatives Ergebnis verbessern konnten, sank der Ertrag bei Intershop und Warteck Invest gegenüber dem Vorjahr. Unter Druck ist der Dichtungs-hersteller Dätwyler. Obwohl der Umsatz gesteigert werden konnte, belasten höhere Produktionskosten die Profitabilität.

Anlegerinnen und Anleger brauchen starke Nerven

Aktuell rentieren Schweizer Staatsanleihen mit 10-jähriger Laufzeit 0,72 Prozent. Das ist doppelt so hoch wie Anfang August. Wie stark die Zinsen schwanken, zeigt vor allem der Blick zurück. Noch zu Jahresbeginn notierten diese im negativen Bereich (-0,11%), kletterten dann aber bis im Juni auf ein zwischenzeitliches Höchst von 1,45 Prozent, nur um im Zuge wirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheiten förmlich zu kollabieren. Diese Volatilität verlangt von den Anlege-rinnen und Anlegern starke Nerven, wie die Kursentwicklung einer Schweizer Staatsanleihe mit 10-jähriger Laufzeit zeigt. Während diese von Mitte Juni bis Anfang August 10 Prozent an Wert zugelegt hat, büsste sie seither 4 Prozent an Wert ein. Obwohl wir auf 12-Monatssicht bei 10-jährigen Eidgenossen einen Zinsanstieg auf 1,0 Prozent erwarten, dürfte dieser nicht linear, sondern volatil verlaufen.

Zoom muss Umsatzprognose senken

Die Aktien des Videokonferenzunternehmens Zoom sind nach der Publikation der Quartalszahlen auf ihr Vor-Corona-Niveau zurückgefallen. Seit dem Höchststand im Oktober 2020 haben die Valoren damit über 85 Prozent eingebüsst. Das Unternehmen galt als Corona-Gewinner und hatte in den vergangenen zwei Jahren Umsatz und Gewinn vervielfacht. Aktuell musste Zoom allerdings seine jährliche Umsatzprognose senken.