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18.07.2022

Konjunktursorgen belasten Aktienmärkte

Laut Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) ist das Risiko einer Rezession in zahlreichen Ländern zuletzt deutlich gestiegen. Der Vermögensverwalter BlackRock hält eine solche, ohne russisches Gas, gar für unvermeidlich.

Wenig Erfreuliches kam auch aus der Eurozone: Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutsch-land sind im Juli um 25,8 auf -53,8 Punkte, den tiefsten Stand seit 2011, gefallen. Entsprechend belasteten diese Woche Rezessionssorgen die Aktienmärkte. Für zusätzliche Nervosität bei den Anlegern sorgten die US-Inflationszahlen und die Gewinnsaison.

Umsatzsteigerung trotz globaler Unsicherheiten

Trotz Krieg, Inflation und Rezessionsgefahr sind Schweizer Uhren gefragt. Dies beweist der Uhr-enbauer Swatch. Die Bieler haben ihren Umsatz im ersten Halbjahr erwartungsgemäss gesteig-ert. Das Vorpandemieniveau ist aber noch nicht erreicht. Für die zweite Jahreshälfte sieht Swatch für alle Preissegmente vielversprechende Wachstumschancen. Ein Rekordergebnis hat dank der guten Auftragslage der Vakuumventilhersteller VAT eingefahren. Auch der Ausblick für das Ges-amtjahr fiel zuversichtlich aus. Die Aktie quittierte dies mit einem zeitweisen Plus von fast 6 Proz-ent. Der Pharmazulieferer PolyPeptide hingegen erwartet aufgrund höherer Produktionskosten für das erste Semester einen Gewinnrückgang. Für dessen Valoren ging es infolge über 40 Proz-ent nach unten. VAT und PolyPeptide geben damit einen Vorgeschmack, was in der Gewinn-saison wohl öfters zu beobachten sein wird: Unternehmen, welche die Erwartungen übertreffen, werden belohnt. Solche, die in puncto Ergebnis und/oder Prognose enttäuschen, werden von den Anlegern abgestraft.

US-Inflation steigt über 9 Prozent

Die Verbraucherpreise in den USA sind derweil im Juni gegenüber dem Vorjahr um 9,1 Prozent geklettert (Mai: +8,6 Prozent). Analysten hatten mit einer Teuerung von «nur» 8,8 Prozent ge-rechnet. Die Inflationswende ist somit noch nicht geschafft. Dennoch zeigen sich die Anleger optimistisch, dass der Teuerungsdruck in Bälde nachlassen könnte. Die Inflationserwartungen in den USA, gemessen an der Renditedifferenz nominaler und inflationsgeschützter Anleihen mit gleicher Laufzeit, sind in den letzten Wochen deutlich zurückgekommen. So sind diese für einen Zeithorizont von zwei Jahren gegenüber Mitte Juni von rund 4,5 Prozent auf gut 3,0 Prozent gefallen. Grund ist die US-Notenbank Fed, die weiterhin kräftig auf die geldpolitische Bremse treten dürfte. Für Juli gilt ein zweiter Zinsschritt in Höhe von mindestens 75 Basispunkten quasi als gesetzt. Damit nehmen aber auch die Chancen für das von der Fed avisierte «soft landing», sprich eine Eindämmung der Inflation, ohne die US-Wirtschaft abzuwürgen, ab.