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19.04.2022

Lustlose Börse

Der Swiss Market Index (SMI) hat sich in der verkürzten Osterwoche schwergetan, eine klare Richtung zu finden. Steigende Zinsen, hohe Inflationsraten und der anhaltende Krieg in der Ukraine verunsichern. Entsprechend verteuerten sich sichere Häfen wie Gold und der Schweizer Franken.

Auch von der langsam anlaufenden Berichtssaison blieben die Impulse – trotz positivem Grund-tenor – vorerst aus. So hat der Schokoladenhersteller Barry Callebaut für das per Ende Februar abgelaufene Halbjahr gute Zahlen vorgelegt. Der Verbindungstechniker Bossard hat mit seinem Umsatz in den ersten drei Monaten des Jahres die Erwartungen des Marktes übertroffen. Den-noch gibt sich das Unternehmen aufgrund der vielfältigen Unsicherheiten vorsichtig, was die Jahresprognose betrifft. Eine solche soll erst mit dem Halbjahresergebnis erfolgen. Beim Bauzu-lieferer Sika legte der Umsatz im ersten Quartal 20 Prozent auf 2,4 Milliarden Franken zu, womit die Erwartungen des Marktes übertroffen wurden. Das Unternehmen stellt zudem ein überpro-portionales Wachstum beim Betriebsgewinn in Aussicht. Auch beim Aroma- und Duftstoff-hersteller Givaudan lag das Wachstum in den ersten drei Monaten über den Erwartungen des Marktes. Vorsicht ist dennoch geboten. Eine starke Umsatzentwicklung sagt nichts über die Profitabilität aus, die aufgrund gestiegener Produktionskosten unter Druck sein könnte.

Inflation auf höchstem Stand seit 1981

Inflation ist gegenwärtig in aller Munde. In den USA ist die Teuerung im März auf 8,5 Prozent gestiegen, in Deutschland auf 7,3 Prozent. In beiden Ländern erreichte der Wert den höchsten Stand seit 1981. Damals war es der Erste Golfkrieg, der wie in der aktuellen Phase, die Ölpreise in die Höhe trieb. Hinzu kommen Lieferengpässe, weil sich Shanghai aufgrund von Corona in einem Lockdown befindet. Obwohl wir im Jahresverlauf eine Entspannung erwarten, prognos-tizieren wir für das Jahr 2022 für die USA eine Inflationsrate von 7,0 Prozent, für die Eurozone eine solche von 6,5 Prozent. Notenbanken sind zunehmend unter Druck, die lockere Geldpolitik zu straffen.

 

Wahlen in Frankreich

Auf politische Kontinuität setzt wohl Frankreich. Der erste Wahlgang um das Amt des franzö-sischen Staatspräsidenten ging an den aktuellen Amtsinhaber Emmanuel Macron, der sich gegen seine Kontrahentin Marine Le Pen durchsetzte. Macrons Abstand fiel deutlich grösser aus, als dass das im Vorfeld vermutet worden war. Zudem haben sich fast alle Unterlegenen dafür aus-gesprochen, dass man nun doch für Macron votieren sollte. Der zweite Wahlgang findet am
24. April statt. Eine Wiederwahl von Macron wäre ein Votum für Kontinuität und für ein starkes Europa.