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Massiver Fiskalstimulus
Die Wirtschaft in Europa kommt mehr und mehr zum Erliegen. Teilweise werden nun auch Industriebetriebe und Fabriken vorübergehend geschlossen. Diese weitreichenden Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie führen unweigerlich in eine Rezession.
Die Einkaufsmanagerindizes für Europa und die USA, welche diese Woche publiziert wurden, deuten auf einen massiven Konjunktureinbruch in den kommenden Monaten hin. Unterstützung kommt nun aber verstärkt von den Regierungen. Nach langem Hin und Her haben sich die De-mokraten und die Republikaner im Senat doch noch auf ein Stimulusprogramm einigen können. Und das Corona-Hilfspaket hat es in sich: Insgesamt sollen gigantische 2 Billionen US-Dollar bereitgestellt werden. Dies entspricht fast 10 Prozent der jährlichen US-Wirtschaftsleistung ge-messen am Bruttoinlandsprodukt (BIP). Absolut betrachtet scheinen vor diesem Hintergrund die vom Bundesrat in der Schweiz bereitgestellten 42 Milliarden Franken ein Klacks zu sein. Das hiesige Hilfspaket kann sich aber im Verhältnis zum BIP ebenfalls sehen lassen. Bei einer jährlich-en Wirtschaftsleistung von rund 700 Milliarden Franken beläuft sich die Unterstützung für die Schweizer Wirtschaft immerhin auch auf fast 6 Prozent des BIP.
Erste Anzeichen der Erholung
In Antizipation auf das US-Fiskalpaket haben die Aktienmärkte mit einem Kursprung reagiert. Der Dow Jones Index legte am Dienstag um satte 11,5 Prozent zu und auch an der Schweizer Börse ging es deutlich nach oben. Die Märkte befinden sich nach dem heftigen Kurseinbruch nun langsam aber sicher in einer Bodenbildungsphase. Für eine nachhaltige Erholung an den Aktienmärkten braucht es aber sichtbare Fortschritte in Bezug auf die Pandemiebekämpfung. Zumindest diesbezüglich macht die Entwicklung in China, aber auch in Südkorea Hoffnung. Während China seit einigen Tagen keine Neuinfektionen mehr vermelden musste, hat sich die Kurve in Südkorea deutlich abgeflacht.
Schwankungen in Aktienmärkten bleiben hoch
In Europa werden die Massnahmen in den kommenden zwei bis drei Wochen wohl ebenfalls Wirkung zeigen und das exponentielle Wachstum dürfte dann schrittweise abflachen. Bis es soweit ist, dürften die Schwankungen an den Aktienmärkten hoch bleiben. Für langfristig orient-ierte Anleger eröffnet dies Chancen, um bei Kursschwächen qualitativ solide Titel günstig (nach) kaufen zu können. Werte wie Nestlé, Novartis oder Roche gehören sicher auf diese Einkaufsliste. Die Lieferketten bei diesen Konzernen funktionieren immer noch und der Absatz der Produkte ist nicht in Gefahr: Nahrung und Medizin bleiben auch in der Krise gefragt.