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28.06.2022

Nestlé spielt ihren Trumpf

Die Aktien des Nahrungsmittelmulti Nestlé tun, was von ihnen erwartet wird: Sie stab-ilisieren in unsicheren Zeiten das Portfolio. Während den vergangenen, turbulenten Tagen an der Börse waren die Titel gefragt und schnitten klar besser ab als der breite Aktienmarkt. Auch seit Anfang Jahr verlieren sie mit einem Minus von 15 Prozent wen-iger als der Swiss Market Index (SMI), der in dieser Zeit 19 Prozent einbüsste.

Trotz erhöhter Volatilität herrscht unternehmensseitig zurzeit eine angespannte Ruhe. Anleger warten auf die bevorstehenden Halbjahreszahlen. Grund für Freudensprünge gibt es allerdings nicht. Diese Woche hat sich auch die Konjunkturforschungsstelle der ETH (KOF) vorsichtig geäus-sert und ihre Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandprodukt (BIP) im laufenden Jahr von 3 Prozent auf 2,8 Prozent reduziert. Für 2023 rechnet die KOF mit einem Zuwachs von 1,3 Proz-ent. Zudem wird auch eine baldige Rezession nicht ausgeschlossen.

Positive Entwicklung der Kantonalbanken

Gefragt sind derweil Kantonalbankaktien. Sie stellen sich dem aktuellen Abwärtstrend an der Börse beinahe geschlossen entgegen: die Aktien verschiedener Kantonalbanken. Viele weisen seit Anfang Jahr eine positive Performance auf, während der Swiss Performance Index (SPI) rund einen Fünftel verliert. Am stärksten entwickelten sich die Valoren der Walliser KB mit einem Plus von knapp 13 Prozent. Damit schlagen sie den SPI um rund 33 Prozent. Gründe für das gute Abschneiden gibt es mehrere. Die meisten Institute sind stark im Zinsgeschäft involviert und profitieren von steigenden Zinsen. Zudem gelten sie aufgrund der jeweiligen Mehrheitsbeteil-igungen der Heimkantone als solide. Eine stabile Dividende rundet das Paket ab.

Glencore ersetzt Adidas im STOXX Europe 50 Index

Rohstoffe boomen gerade stärker als Turnschuhe. Das ist der Hauptgrund, weshalb der Rohst-offkonzern Glencore den Sportartikelhersteller Adidas diese Woche im STOXX Europe 50 Index ersetzt hat. Während Adidas-Aktien an der Börse dieses Jahr rund einen Drittel ihres Wertes ein-gebüsst haben, legten die Valoren von Glencore gut 20 Prozent zu. Damit gehört das Unterneh-men wieder zu den fünfzig grössten Europas. Dabei verlief die Woche für den Rohstoffkonzern alles andere als erfreulich: Glencore hat sich in Grossbritannien schuldig bekannt, in fünf Ländern Afrikas Bestechungsgelder gezahlt zu haben, um einen bevorzugten Zugang zu Öl zu erhalten.

Tesla kündigt Stellenabbau an

Mit einer Wirtschaftsabkühlung rechnet Tesla. Elon Musk, der Chef des Elektroautobauers will aufgrund einer drohenden Rezession rund 3,5 Prozent der Belegschaft entlassen. Das entspricht etwa 3'500 Mitarbeitern. Gleichzeitig sucht das Unternehmen in Deutschland viel Personal, bek-undet dabei aber Mühe, da offenbar zu niedrige Löhne offeriert werden.