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Notenbanken als Retter in der Not
Stündlich erreichen uns neue Nachrichten im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Die Zahl der Infizierten dürfte wohl bald die Marke von 100‘000 überschreiten und die Opf-erzahlen werden weiter steigen. Mittlerweile beklagt auch die Schweiz den ersten Tod-esfall.
Trotzdem gibt es auch positive Entwicklungen. In China ist die Anzahl der Neuinfektionen seit ei-nigen Tagen rückläufig. Zudem verläuft die Krankheit in sehr vielen Fällen relativ harmlos: Im Rei-ch der Mitte gelten von den rund 80‘500 Infizierten mittlerweile 52‘000 als geheilt.
Konsumlust hält sich in Grenzen
Die konjunkturellen Auswirkungen der Pandemie werden dafür immer deutlicher sichtbar. In Chi-na sind die Vorlaufindikatoren förmlich eingebrochen und der offizielle Einkaufsmanagerindex ist von 53 auf 28,9 Punkte auf den tiefsten Stand seit Messbeginn gefallen. Dabei markiert die 50-Punkte-Grenze die Schwelle zwischen Expansion und Kontraktion der Wirtschaft. Die chinesische Wirtschaft ist damit im Februar praktisch zum Stillstand gekommen. Aber auch andere Staaten kämpfen zunehmend mit wirtschaftlichen Problemen. Neben der Industrie ist auch der Dienst-leitungssektor unter Druck, denn die Konsumlust hält sich in der aktuellen Situation verständlich-erweise in engen Grenzen. Je länger der Ausnahmezustand also anhält, desto grösser werden die konjunkturellen Bremsspuren.
Mehrere Notenbanken senken Leitzinsen
Wie so oft sind es die Notenbanken, welche Gegensteuer geben. Überraschend hat die US-Notenbank Fed letzte Woche die Leitzinsen um 50 Basispunkte von 1,75 Prozent auf 1,25 Proz-ent gesenkt. Kurz darauf hat die kanadische Notenbank nachgezogen und den Referenzzinssatz ebenfalls um 0,5 Prozent reduziert. Die Frage stellt sich natürlich, ob Zinssenkungen in der aktu-ellen Situation eine wirksame Massnahme zur Stabilisierung der Konjunktur sind. Aus unserer Sicht ist dies kaum der Fall. Erstens lässt sich mit Zinssenkungen das Coronavirus nicht in den Gr-iff kriegen und zweitens werden dadurch die unterbrochenen Lieferketten nicht repariert. Zudem dürften die verängstigten Konsumenten wohl kaum wegen ein paar Zinssenkungen ihr Konsum-verhalten ändern. Insofern muss das primäre Ziel weiterhin sein, die Pandemie unter Kontrolle zu bringen. Für Anleger gilt es – wie immer in volatilen und unsicheren Zeiten – Ruhe zu bewahren. Denn wer seine Emotionen im Griff hat und an der vordefinierten Anlagestrategie unbeirrt festhält, wird auch den aktuellen Coronavirus-Sturm gut überstehen.