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Optimismus in der Schweizer Industrie
Seit einem Jahr werden die heimischen Medien von Berichten über Infektionszahlen, Inzidenzwerte und Todesfälle dominiert.
Seit einem Jahr leidet aber auch die Schweizer Wirtschaft unter der Corona-Pandemie. Mit den positiven Studienergebnissen zu den Impfstoffen letzten Herbst machte sich indessen Hoffnung in Gesellschaft sowie Wirtschaft breit.
Optimismus nimmt Fahrt auf
Dieser Optimismus hält trotz der drohenden dritten Infektionswelle nicht nur an, sondern nimmt sogar noch Fahrt auf. Indizien hierfür sind die Rekordstände an den Börsen oder der neuste Wert des Einkaufsmanagerindex (PMI) für die Schweizer Industrie. Dieser kletterte im Februar um 1.8 Punkte auf 61.3 Zähler. Der Vorlaufindikator notiert damit deutlich über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten und so hoch wie seit August 2018 nicht mehr – sein absoluter Rekordwert liegt mit 66.9 Punkten nur unwesentlich höher und resultiert vom Dezember 2006. Die Vertreter der Schweizer Industrie sehen die kommenden Monate also positiv. Das spiegelt sich auch in den jüngsten Geschäftsausblicken der Unternehmen wieder, wie etwa in jenen des Verbindungs-technikspezialisten Bossard oder der beiden Industriekonzerne Georg Fischer und OC Oerlikon.
Die Bremsspuren der Pandemie
Die PMIs müssen jedoch mit Vorsicht genossen werden, denn sie stellen lediglich eine Moment-aufnahme dar und basieren in erster Linie auf qualitativen Einschätzungen. Fakt ist, die Schweiz steckt in einer wirtschaftlich schwierigen Situation. Der Blick nach vorne muss somit fast schon zwangsläufig positiver ausfallen als jener in den Rückspiegel. Des Weiteren macht die Industrie nur rund ein Viertel der Schweizer Bruttowertschöpfung aus. Der Rest entfällt grösstenteils auf den Dienstleistungssektor, der von der Corona-Krise besonders in Mitleidenschaft gezogen wu-rde. Dessen PMI hat zwar inzwischen auch den Sprung über die Wachstumsschwelle geschafft, mit 52 Zählern befindet er sich jedoch weiterhin unter seinem langjährigen Durchschnitt. Auch wenn das Licht am Ende des Tunnels langsam heller wird, die wirtschaftlichen Bremsspuren der Pandemie ziehen sich mindestens noch ins erste Halbjahr 2021 hinein.