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Pessimismus der Anleger könnte eine Chance sein
In der abgelaufenen Woche gab es wieder eine gehörige Portion negativer Konjunktur-nachrichten. Der Internationale Währungsfonds (IWF) kürzte seine Wachstumspro-gnose für die Weltwirtschaft auf 3 Prozent – den tiefsten Wert seit der Finanzkrise.
Der Ausblick auf 2020 war ebenso ernüchternd. Die zu Wochenbeginn gemeldeten Autoabsatz-zahlen in China waren mit einem Einbruch von 5,2 Prozent im September ebenfalls wenig inspi-rierend. Gleiches lässt sich vom «Deal» zwischen den USA und China im Handelsstreit sagen: Nachdem sich der von US-Präsident Trump aufgewirbelte Staub gelegt hatte, blieben nur Ab-sichtserklärungen und der Bedarf für weitere Gespräche.
Anleger ziehen sich aus Aktien zurück
Kein Wunder, dass die Anleger aufgrund der vielen Unsicherheiten das Weite suchen und sich aus Aktien zurückziehen. Allein in den USA zogen Investoren im dritten Quartal rund 60 Milliar-den US-Dollar aus Aktienfonds und -ETFs ab. Einen grösseren Exodus gab es nur im Jahr 2009. Auch aus der jüngsten Fondsmanager-Umfrage der US-Grossbank Bank of America Merrill Lynch spricht grosser Pessimismus. So haben die Vermögensverwalter ihre Cash-Quoten im letzten Monat wieder erhöht. Auf ihrem Kaufzettel standen defensive Branchen wie Gesundheit und Verbrauchsgüter, verkauft wurden hingegen zyklische Sektoren wie Banken und Grundstoffe. Grösster Hebel für eine Wende hin zum Besseren ist aus Sicht der institutionellen Investoren ein Ende des Handelskriegs, auch wenn deren Hoffnung auf diese begrenzt ist.
Neutrale Aktienquote angebracht
Doch gerade in der fehlenden Euphorie liegt für die Aktienmärkte eine Chance. Denn schon klei-ne positive Überraschungen können in dieser Situation Aufwärtsimpulse liefern. Dies auch vor dem Hintergrund der Markttechnik: Angesichts des eingetrübten Umfelds und rückgängigen Unternehmensgewinnen haben sich Aktien zuletzt gut behauptet und aus charttechnischer Sicht lediglich «konsolidiert». Demnächst hellt sich die Perspektive mit dem beginnenden Winter-halbjahr auch aus saisonalen Aspekten auf. Fazit: Momentan ist eine neutrale Aktienquote wei-terhin angebracht. Von der schlechten Stimmung sollte man sich aber nicht anstecken lassen. Wer gedanklich flexibel ist und auf positive (Chart-)Signale reagieren kann, könnte am Jahresende belohnt werden.