News

25.02.2019

Ruhe vor dem Sturm beim Thema Handel?


Ruhe vor dem Sturm beim Thema Handel?

Die globalen Aktienmärkte konnten bisher auch im Februar deutlich zulegen. Diese positive Tendenz, trotz der nach wie vor schwachen Wirtschaftsdaten, wurde nicht zuletzt von der relativen Ruhe an der Handelsfront begünstigt. Schlagzeilen gab es zu diesem Thema zwar auch in den vergangenen Wochen zur Genüge. Greifbare Ergebnisse gibt es bisher aber nicht.

Gemäss Aussagen von US-Präsident Donald Trump ist der Endtermin für den «Waffenstillstand» mit China nun auch doch nicht so unantastbar wie vielleicht zunächst vermutet. Eine Verschie-bung der Deadline liege in Reichweite, wenn dadurch ein guter «Deal» zustande käme.

 

Hohe Erwartungen der USA

An den Finanzmärkten wurde damit die Hoffnung geschürt, dass es bald zum Durchbruch in den Verhandlungen kommen könnte. In unseren Augen ist dies jedoch eine etwas zu optimistische Sicht der Dinge. Wahrscheinlicher ist es, dass allein die verhandlungstechnisch tiefen Früchte geerntet und die von chinesischer Seite einfach zu bewerkstelligenden Konzessionen gemacht werden. So ist es ein Leichtes, das von Trump stets angeprangerte Handelsbilanzdefizit durch den Kauf von Sojabohnen oder Halbleitern aus den USA relativ schnell zu verringern. Auch der Schutz von intellektuellen Besitzrechten wie Markennamen oder Patenten ist wohl unstrittig, da auch im Interesse der Chinesen.

Bei den wirklich kritischen Punkten sind zu hohe Erwartungen an Zugeständnisse Chinas aber nicht gerechtfertigt. Im Forderungskatalog der US-Regierung stehen nämlich auch die Unter-lassung von Cyberspionage sowie das Ende von marktverzerrenden Subventionen für Staats-unternehmen und erzwungener Technologietransfer. Die regelmässige Kontrolle der Durch-setzung eines Abkommens – sollte es denn Realität werden – würde von chinesischer Seite wahrscheinlich ebenfalls abgelehnt.

 

Mögliche negative Konsequenzen für die Märkte

Einiges wird demnächst davon abhängen, ob Donald Trump seinen Wählern im Hinblick auf die US-Wahlen 2020 nur eine «einfache» Lösung präsentieren will, oder ob er angesichts der zune-hmenden Bedrohung der USA als wichtigste globale Wirtschaftsmacht härter durchgreifen wird. Sollte letzteres der Fall sein, so besteht in den kommenden Monaten ein gewisses Enttäuschu-ngspotential – mit potenziell negativen Konsequenzen für die Märkte.