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Schwacher Börsenstart ins Jahr
Nach einem Allzeithoch in der letzten Handelswoche setzte der Swiss Market Index (SMI) seine Rekordjagd zunächst fort und kletterte am ersten Handelstag des Jahres auf den Rekordstand von 12’997 Punkten, setzte kurz zur Konsolidierung an, bevor eine Korrektur einsetzte.
Unter Abgabedruck standen am Schweizer Markt mit dem Vermögensverwalter Partners Group, dem Pharmazulieferer Lonza und dem Augenheilspezialisten Alcon vor allem die Gewinner des vergangenen Jahres. Gefragt waren dagegen Banken und Versicherungen.
Grund für den weltweiten Stimmungsumschwung der Anleger war die Veröffentlichung der Pro-tokolle der US-Notenbank Fed. Angeblich haben sich einige Mitglieder des Fed für eine frühere oder stärkere Anhebung des Leitzinses ausgesprochen. Zudem soll nach Beginn der Zinserhöh-ungen möglichst bald mit der Reduktion der Bilanzsumme begonnen werden. Je nachdem, wie die Fed dabei vorgeht, übt sie mehr oder weniger Druck auf den Markt aus, was Investoren zunehmend verunsicherte.
Entwicklung der Zinsen
Die Aussicht auf höhere Leitzinsen hat zum Jahresauftakt bei den längeren Laufzeiten bereits für Bewegung gesorgt. Bei US-Staatsanleihen verbesserte sich die Rendite um 22 Basispunkte auf 1,74 Prozent. Dieser Zinsanstieg führt bei der zugrunde liegenden Obligation zu einem Kursver-lust von 2 Prozent und verdeutlicht das Zinsänderungsrisiko. Etwas weniger ausgeprägt, aber in dieselbe Richtung, entwickelten sich die Renditen von Schweizer Staatsanleihen. Für 10-jährige Eidgenossen kletterte sie in der ersten Handelswoche 10 Basispunkte auf -0.06 Prozent und ist damit nur noch leicht im Minus. Höhere Renditen steigern zwar die Attraktivität der Anlage-klasse mit Blick nach vorne. Gleichzeitig drücken sie die Kurse. Da im Jahresverlauf mit weiter steigenden Zinsen zu rechnen ist, halten wir an unserem Untergewicht in Obligationen fest. Aus Diversifikationsüberlegungen sollte dennoch nicht vollumfänglich auf Anleihen verzichtet wer-den. Aufgrund der niedrigen Korrelation mit anderen Anlageklassen reduzieren sie die Schwankungen eines Portfolios.
Erwartungen für 2022
Trotz eines schwachen Jahresstarts erwarten wir für das angebrochene Jahr an vielen Fronten eine Normalisierung. Das bedeutet: Das Wachstum verlangsamt sich, bleibt aber positiv, die Geldpolitik wird restriktiver und die Renditen sinken. Die Phase der Übertreibungen dürfte vorer-st vorbei sein. In diesem Umfeld gewinnen Dividenden wieder an Bedeutung. Wichtig bleibt aber ein breit diversifiziertes Portfolio, um gegen Marktverwerfungen und Inflation gewappnet zu sein.