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Schweizer Wachstumsüberraschung
Die Schweizer Wirtschaft ist in den ersten drei Monaten des Jahres überraschend kräft-ig gewachsen. Der Zuwachs beim Bruttoinlandprodukt war mit 0,6 Prozent doppelt so hoch wie vom Konsens der Ökonomen erwartet. Erfreulich war zudem die breite Abst-ützung des Wachstums.
Der Privatkonsum und die Ausrüstungsinvestitionen zogen an und dank des milden Winters war auch der Bausektor begünstigt. Selbst der Aussenhandel lieferte – trotz Handelskrieg – einen positiven Beitrag. Soweit die positive Seite der Medaille. Der Vollständigkeit halber sollte aber auch die andere Seite betrachten werden.
Verzerrte Zahlen
Eine Fortsetzung dieses Wachstumstempos ist in den kommenden Monaten wenig wahrschein-lich. Denn Faktoren wie das (zu) warme Wetter, Nachholeffekte bei den Investitionen und den Autoverkäufen sowie besonders hohe Exporte der Pharma- und Chemiebranche haben die Zahl-en des ersten Quartals nach oben verzerrt. Der zugrundeliegende Konjunkturtrend ist eigentlich schwächer. Und auch der Handelsstreit dürfte nicht spurlos an der Schweiz vorbeigehen. Für das Gesamtjahr 2019 halten wir an unserer BIP-Prognose von 1,2 Prozent fest. Im Vergleich zum Vorjahr wäre dies in etwa eine Halbierung des Wachstums – ein dennoch solider Wert mit Blick auf unsere Nachbarn in Europa.
Europaweit an der Spitze
Auch in einer anderen Statistik steht die Schweiz europaweit an der Spitze: In der aktuellen Ra-ngliste der wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften der Welt, welche jedes Jahr vom IMD World Competitive Center in Lausanne erstellt wird, lässt die Schweiz das restliche Europa weit hinter sich und steigt 2019 um eine Position auf Platz vier auf. Der stabile Schweizer Franken, die nach wie vor hohe Qualität der Infrastruktur, die deutliche Zunahme der angemeldeten Patente und die gesunden Staatsfinanzen führten zu Pluspunkten. Besser platziert als die Schweiz sind in di-esem Jahr nur Singapur, Hongkong und die USA. Um einen Podestplatz zu erobern, wäre eine noch höhere Investitionsdynamik, tiefere Inflation sowie ein höheres Bevölkerungswachstum notwendig. Gerade die letzten zwei Punkte lassen sich allerdings kaum oder zumindest nicht kurzfristig steuern und sind vielleicht auch nur bedingt wünschenswert.