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10.12.2018

Schweizerische Nationalbank bleibt in der Warteschleife

 

 

 

Vor drei Jahren hat die US-Notenbank Fed das erste Mal die Leitzinsen erhöht. In zwei Wochen dürfte US-Notenbankchef Jerome Powell den Leitzins weiter hochschrauben und bei 2.5% festsetzen. Am 13. Dezember kommen auch die Notenbanker von der Schweizerischen Nationalbank und Europäischen Zentralbank ein letztes Mal in diesem Jahr für einen geldpolitischen Entscheid zusammen.

 

Im Gegensatz zu den USA befindet sich die Geldpolitik in der Schweiz und im Euroraum auch zehn Jahre nach der Finanzkrise weiterhin im Krisenmodus. Ein Abschied von den Negativzinsen ist auch in den kommenden Monaten nicht zu erwarten. Selbst in der Schweiz nicht, wo ange-sichts der insgesamt sehr robusten Konjunkturlage eine «normalere» Geldpolitik angebracht wäre.

 

Europäische Zentralbank weiterhin vorsichtig

 

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) dürfte sich weiterhin stark an der Europäischen Zentral-bank (EZB) orientieren. Und dort geht es mit der «Normalisierung» der Geldpolitik nur sehr lang-sam voran. Am 13. Dezember dürfte EZB-Chef Mario Draghi zwar das definitive Ende neuer Net-toanleihekäufe bestätigen. Auslaufende Anleihen wird die EZB jedoch noch für längere Zeit er-setzen. Damit bleibt die Zentralbank der Euroländer weiterhin ein wichtiger Spieler auf dem Obli-gationenmarkt. Aufgrund dieser marktbeherrschenden Stellung dürfte der Anstieg der Kapital-marktrenditen begrenzt bleiben. An der bisher ausgegebenen Parole, dass der Leitzins nicht vor Ende Sommer 2019 erhöht werden wird, dürfte Mario Draghi festhalten. Angesichts der verhal-tenen Inflationsdynamik sowie der insgesamt eher fragilen Konjunkturlage wird er sich weiterhin vorsichtig zeigen.

 

Zinsschritt der SNB noch zu riskant

 

Die SNB hat in dieser Situation wenig Handlungsspielraum. Und damit wird der Referenzzins hierzulande bei -0.75% vorerst im Minus bleiben. Bei einer Erhöhung würde die SNB eine weit-ere Stärkung des Schweizer Franken riskieren, welcher gegenüber dem Euro seit Jahresbeginn bereits rund 4% aufgewertet hat. Sie könnte sich dann wieder gezwungen sehen zu intervenie-ren, um den Franken zu schwächen. Weitere Eingriffe am Devisenmarkt würden die Bilanz der SNB, welche bereits auf 140% des Bruttoinlandsprodukts angewachsen ist, weiter aufblähen. Angesichts dieses Risikos sehen wir die SNB nach wie vor in einer Warteschleife und rechnen nicht vor Ende 2019 mit einem ersten Zinsschritt.