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SMI auf Richtungssuche
Auf einen starken Wochenauftakt folgte an der Schweizer Börse Ernüchterung. Die Zahlenkränze der Unternehmen zum dritten Quartal fallen unterschiedlich aus.
So verbucht der Industriekonzern ABB operativ ein solides Quartal und zieht mehr Aufträge an Land als im Vorjahr. Allerdings belasten Rückstellungen für einen Rechtsfall in Südafrika den Gewinn. Der Nahrungsmittelmulti Nestlé hat den Umsatz im dritten Quartal um 9,5 Prozent ge-steigert. Allerdings sind die produzierten Volumen rückläufig. Das bedeutet, dass Nestlé die hö-heren Kosten an die Konsumenten weitergibt, diese aber zunehmend auf günstigere Alternat-iven ausweichen. Einen Gewinnrückgang verbuchte der Pharmakonzern Roche, weil die Umsätze bei Covid-Medikamenten und -Tests deutlich schwächer ausgefallen sind als im Vorjahr. Trotz-dem hält das Unternehmen an seinen Zielen für 2022 fest.
Hurrikan «Ian» führt bei Swiss Re zu Verlust
Dagegen hat der Rückversicherer Swiss Re seine Profitabilitätsziele für das laufende Jahr kassiert. Da sich die Schäden durch den Hurrikan «Ian» auf 1.3 Milliarden US-Dollar beziffern, erwartet das Unternehmen für das dritte Quartal einen Verlust. Gegenwind verspürt auch der Lift- und Rolltreppenhersteller Schindler, weil es in China nicht mehr rund läuft. Im dritten Quartal brach der Bestellungseingang um 8,5 Prozent ein. Weiterhin mit Umsatzeinbussen kämpft die Online-Apotheke Zur Rose. Mit einem Jahresminus von 90 Prozent spiegeln die Aktien die anhaltende Unsicherheit, dürften diese aber zu einem Grossteil eingepreist haben. Gut läuft es dagegen für Implenia. Das Bauunternehmen hat den Zuschlag für den Bau eines neuen Gebäudes an der Universität Basel im Umfang von 250 Millionen Franken erhalten. Ein Umsatzplus von 15,5 Pro-zent gegenüber dem Vorquartal verbuchte der Halbleiterzulieferer Comet und hält an seiner Jahresprognose fest.
Holcim büsst für Unterstützung von Terrororganisation
Der Baustoffkonzern Holcim bezahlt wegen umstrittener Aktivitäten in Syrien eine Strafe von 778 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen bekannte sich schuldig, eine als terroristisch einge-stufte Organisation unterstützt zu haben. Das Vergehen ereignete sich zwischen August 2013 und Oktober 2014 bei der Tochtergesellschaft Lafarge Cement Syria, die 2015 im Rahmen des Zusammenschlusses von Lafarge und Holcim zum Konzern stiess. Obwohl auch in Frankreich diesbezüglich noch ein Verfahren hängig ist, entspannt sich die Situation mit dem US-Vergleich, da die Bussen in Europa in der Regel deutlich niedriger ausfallen.
Waren in England um 10,1 Prozent teurer
Um 10,1 Prozent verteuerten sich Waren und Dienstleistungen in Grossbritannien im September. Damit ist die Gefahr weiterer Zinserhöhungen ungebrochen. Mittlerweile rechnet die Mehrheit der Marktteilnehmer mit einem Zinsschritt von einem Prozentpunkt. Zudem will die Bank of England (BoE) ab dem 1. November damit beginnen, Staatsanleihen aus eigenem Bestand zu veräussern.