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24.06.2019

SMI knackt die 10‘000 Punkte-Grenze

Der Swiss Market Index (SMI) konnte am Dienstag zum ersten Mal in der Geschichte die Grenze von 10‘000 Punkten übertreffen. Mit einem Plus von fast 23 Prozent gehört der SMI damit zu den Gewin-nern in diesem Jahr.

Beflügelt wurden die Aktienmärkte von der Aussicht auf weitere Unterstützungsmassnahmen durch die Noten-banken. Diesbezüglich gab es letzte Woche eine geballte Ladung an Neuigkeit-en. So hat Mario Draghi kurz vor dem Ende seiner Amtszeit als Chef der Europäischen Zentral-bank (EZB) angekündigt, dass die Geldpolitik in Europa weiter expansiv bleiben wird.

 

 

Sorgen sind noch nicht vom Tisch

Sorgen bereitet den Währungshütern die anhaltende Schwäche im Industriesektor sowie der weiter eskalierende Handelskonflikt zwischen den USA und China. Die Konjunkturschwäche in Europa widerspiegelt sich auch in der rückläufigen Inflation. Im Mai lag die Teuerung in der Eu-rozone bei 1,2 Prozent – und damit deutlich unter dem Zielniveau der EZB von 2 Prozent. Neben weiteren Anleihekäufen werden auch erneute Zinssenkungen nicht ausgeschlossen. Damit bläst Draghi ins gleiche Horn wie zuvor schon SNB-Chef Thomas Jordan.

Auch die amerikanische Notenbank Fed hat sich zu Wort gemeldet. An ihrer Juni-Sitzung wu-rden die Leitzinsen zwar unverändert belassen, dafür wurde aber die Tonlage geändert. Auf-grund der gestiegenen Abwärtsrisiken will die Fed nun die Entwicklung der Konjunkturdaten nicht mehr nur «geduldig» beobachten, sondern im Bedarfsfall «angemessen reagieren». Über-setzt heisst dies, dass im Falle einer weiteren Verschlechterung der Wirtschaftslage mit Zinssen-kungen gerechnet werden kann. Die 180-Grad Kehrtwende von Fed-Chef Jerome Powell ist damit vollbracht.
 

 

Globale Konjunktur schwächt sich ab


Die Aktienmärkte haben auf die in Aussicht gestellten zusätzlichen Geldspritzen wie immer ge-radezu «euphorisch» reagiert. Die Reaktion gleicht seit mehreren Jahren mittlerweile einem Pawlow‘schen Reflex: Mehr Stimulus, höhere Kurse. Trotz der erneuten geldpolitischen Euphorie ist aber aus unserer Sicht ein gesundes Mass an Vorsicht weiterhin angebracht. Die globale Kon-junktur schwächt sich nämlich – nicht zuletzt auch wegen dem Handelskrieg – spürbar ab. Für Volatilität dürfte also in den kommenden Wochen gesorgt sein.