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31.10.2022

SMI mit erneutem Erholungsversuch

Der Swiss Market Index (SMI) kletterte diese Woche zeitweise bis auf 10'821 Punkte, der höchste Stand seit Mitte September.

Die schwächer als erwartet ausgefallenen Konjunkturdaten (unter anderem Einkaufsmanagerin-dizes in der Eurozone) hatten rund um den Globus die Hoffnung der Anleger genährt, die No-tenbanken könnten im Kampf gegen die Inflation den Fuss etwas vom Gaspedal nehmen. Die Avancen des SMI dürften sich aber einmal mehr nur als eine Bärenmarktrally entpuppen. Ange-sichts der zahlreichen ungelösten Risikofaktoren ist der seit Monaten vorherrschende Abwärts-trend an den Börsen noch ungebrochen.

Unsicherheit zeigt sich in Drittquartalszahlen

Dass die Anleger nicht ohne Grund nervös sind, zeigen die Drittquartalszahlen. Bei vielen Unter-nehmen spiegeln sich der wachsende Margendruck und die Konjunkturschwäche in den Ergeb-nissen. Dank den stark gestiegenen Transportkosten aufgrund der Lieferkettenprobleme steiger-te der Logistikspezialist Kühne+Nagel Umsatz wie auch Gewinn. Die Transportmengen nahmen jedoch ab. Weniger Gewinn erwirtschaftete wegen nachlassender Verkäufe sowie der Inflation der Computerzubehörhersteller Logitech. Die Analysten hatten jedoch weitaus Schlimmeres befürchtet. Ebenfalls weniger Gewinn erzielten die Grossbank UBS und der Pharmariese No-vartis. Die Credit Suisse verbuchte gar den vierten Quartalsverlust in Folge. Für einen Lichtblick sorgte der Komponentenbauer Huber+Suhner. Dieser hat in den letzten drei Monaten mehr als erwartet umgesetzt. Die Auftragsbücher sind prall gefüllt. Entsprechend hat das Unternehmen seine Prognosen für 2022 angehoben.

Starker US-Dollar senkt Gewinne

Die US-Technologieriesen enttäuschten derweil mit ihren Zahlenkränzen. Microsoft steigerte zwar seinen Umsatz in den letzten drei Monaten. Das Wachstum, vor allem im Cloud-Geschäft, fiel aber so schwach wie lange nicht mehr aus. Auch bei der Google-Mutter Alphabet und dem Streaming-Dienstleister Spotify lief es zuletzt nicht rund. Beide Unternehmen verzeichneten einen Gewinnrückgang. Schuld waren schwache Werbeeinnahmen sowie der starke US-Dollar. Knüppeldick kam es für Meta. Der Facebook-Konzern steckt Unsummen in die Entwicklung sei-nes virtuellen «Metaverse», zugleich sinken die Einnahmen. Infolgedessen brach der Gewinn im letzten Quartal um über 50 Prozent ein.

EZB hebt Leitzins erneut an

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat erwartungsgemäss das zweite Mal in Folge den Leitzins um 0,75 Prozentpunkte angehoben. Angesichts der rekordhohen Inflation im Euroraum dürften die Währungshüter damit aber nicht das Ende der Fahnenstange erreicht haben. Aktuell sehen wir die Euro-Zinsen auf Jahressicht bis auf drei Prozent steigen. Ein noch stärkeres, geldpolitisch-es Bremsmanöver der EZB dürfte unserer Meinung nach dann aber an der Heterogenität der Mitgliedsstaaten und den bereits stark auseinanderlaufenden Spreads am Bondmarkt scheitern.