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08.08.2022

Taiwan-Konflikt belastet Börsen

Mit Nancy Pelosi besuchte erstmals seit 1997 eine hochrangige US-Politikerin Taiwan. Für China ein rotes Tuch, sieht dieses in dem Inselstaat doch eine abtrünnige Provinz. Peking drohte in der Folge militärische und wirtschaftliche Sanktionen an. Für das oh-nehin schon angespannte Verhältnis zwischen den USA und China ist das eine Belast-ungsprobe.

Eine Eskalation würde der Weltwirtschaft zusätzlichen Gegenwind bescheren. Taiwan stellt ho-chwertige Halbleiter her. Gut zwei Drittel aller weltweit in der Elektroindustrie verarbeitenden Mikrochips kommen aus dem Inselstaat, überwiegend produziert von dem Marktführer Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC). Allfällige chinesische Strafmassnahmen kön-nten Auswirkungen auf die Wertschöpfungsketten rund um die taiwanesische Tech-Branche haben. Darüber hinaus ist China selbst für den Westen ein wichtiger Wirtschaftspartner. Im Wor-st Case könnten somit ganze Lieferketten zum Erliegen zu kommen. Die Anleger zeigten sich entsprechend verunsichert. In der zweiten Wochenhälfte gewann dann aber die Hoffnung auf eine Deeskalation die Oberhand. Zusätzlich stützten die jüngsten Konjunkturzahlen aus China, der Eurozone und den USA, welche die Rezessions- und Zinssorgen etwas dämpften, die Kurse.

Gewinnsaison läuft auf Hochtouren

Derweil läuft die Gewinnsaison weiter auf Hochtouren. Das raue Marktumfeld hinterlässt dabei in den Ergebnissen vieler Unternehmen seine Spuren. So hat der Lagerlogistikspezialist Interroll im ersten Halbjahr mehr Umsatz gemacht. Aufgrund von Lieferkettenproblemen waren jedoch Gewinn und Auftragseingang rückläufig. Auf eine Prognose für das Gesamtjahr verzichtete das Unternehmen. Die Aktie rutschte in der Folge bis zu 8 Prozent ins Minus. Einen Gewinneinbruch verzeichnete Swisscom. Schuld sind diverse Sondereffekte. Unverändert auf Wachstumskurs bleibt derweil der Personalvermittler Adecco. Allerdings spürt das Unternehmen den zunehmen-den Margendruck. Positiv überraschte hingegen OC Oerlikon. Der Industriekonzern steigerte dank gut gefüllter Auftragsbücher Umsatz sowie Gewinn und bestätigte seine Jahresprognosen.

Starker Schweizer Franken dämpft importierte Teuerung

Die Konsumentenpreise in der Schweiz sind im Juli, wie schon im Vormonat, auf Jahressicht um 3,4 Prozent gestiegen. Damit liegt die Inflation hierzulande im internationalen Vergleich weiter-hin auf relativ tiefem Niveau. Grund dafür ist mitunter der starke Schweizer Franken, der die importierte Teuerung dämpft. Zudem werden viele heimische Produkte durch hohe Importzölle vor der ausländischen Konkurrenz geschützt.