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01.02.2021

UBS trotzt Corona – ein Plädoyer für Bankaktien?

Eines haben das US-Geldhaus JP Morgan, die Onlinebank Swissquote, die Privatbank Baumann & Cie sowie der «Wealth-Management-Tanker» UBS gemeinsam.

Im Gegensatz zu vielen anderen Branchen haben sie 2020 nicht nur wenig unter den Folgen der Corona-Pandemie gelitten, sondern gar ein überaus glanzvolles Geschäftsjahr hingelegt – ein Phänomen, das auf ein Gros der Bankinstitute weltweit zutrifft. So erwirtschaftete die UBS im zurückliegenden Jahr einen Gewinn von rund 6,6 Mrd. US-Dollar, was gegenüber 2019 einem Plus von 54 Prozent entspricht. Das Corona-Jahr 2020 geht damit als bestes Geschäftsjahr seit 2010 in die Geschichtsbücher von UBS ein.

Rückkehr der Weltwirtschaft

Die Quellen des vor dem gesamtwirtschaftlichen Rahmen paradox erscheinenden Erfolgs zahlrei-cher Geldhäuser wie UBS sind zum einen der Börsenboom. Die umfangreichen Stützmassnahm-en der Notenbanken und Regierungen hatten insbesondere im 2. Halbjahr 2020 den Handel an den Finanzmärkten angekurbelt: Portfolios wurden umgeschichtet und Unternehmen mussten ihren teils hohen Finanzbedarf decken. Zum anderen rechnen viele Banken wegen der Aussicht auf eine baldige Rückkehr der Weltwirtschaft auf ihren Vor-Krisen-Wachstumspfad nunmehr mit weniger Kreditausfällen. Sie haben daher ihre Corona-bedingten Rückstellungen reduziert.

Bankaktien- kaufen oder nicht?

Angesichts der starken Geschäftszahlen stellen sich viele Anleger die Frage, ob es nicht Zeit wäre Bankaktien zu kaufen. Zumal die Wertpapiere vieler Institute – vor allem in Europa – für verhält-nismässig wenig Geld zu haben und die Bewertungen im Vergleich zum breiten Markt relativ niedrig sind. So liegt etwa das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von UBS derzeit bei 10, während das des Swiss Performance Index (SPI) mit über 19 fast das Doppelte beträgt. Das KGV des europäischen Bankenindex Stoxx Europe 600 Banks fällt mit 11 ebenfalls deutlich geringer aus als das des breiten Marktes, gemessen am Stoxx Europe 600 (18). Aus unserer Sicht sollten Anleger jedoch der Versuchung widerstehen. Konsolidierungsdruck und Regulierungen werden in der Branche weiter zunehmen, die Zinsmargen stetig sinken. Zusätzliches Ungemach droht von Gerichtsverfahren sowie den damit verbundenen Bussgeldern und Reputationsschäden. Das Aufwärtspotenzial von Banktiteln ist entsprechend mager.