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06.05.2019

Überraschendes positives Wachstum

Eine Drei vor dem Komma hatte wohl kaum jemand erwartet. Tatsächlich lagen die in der letzten Woche veröffentlichten Daten zum Wirtschaftswachstum in den USA für das erste Quartal mit annualisiert 3,2 Prozent deutlich über den Erwartungen.

 

Wer sich die Zahlen allerdings im Detail anschaute, war schnell ernüchtert. Denn die positive Überraschung war zum grössten Teil auf die stark schwankenden Komponenten des Wachstums – den Aussenhandel und die Lager-bestände – zurückzuführen. Die USA importierten also für einmal etwas weniger, während die Unternehmen ihre Lagerbestände aufstockten. Beides sind kurzfristige Trends, die schon im nächsten Quartal wieder kehren werden.

 

Wachstumsprognose für 2019 bleibt unverändert

Die US-Konsumenten, welche weiterhin zwei Drittel der Wirtschaftsaktivität ausmachen, trugen in den ersten drei Monaten des Jahres jedoch nur 1,2 Prozentpunkte zum Wachstum bei. Im vierten Quartal 2018 war es noch gut das Doppelte. Das Rückgrat der US-Konjunktur schwäch-elt also ein wenig. Angesichts der guten Lage am Arbeitsmarkt dürfte aber auch diese Entwick-lung nur temporär sein. In puncto Prognose ergibt sich für uns derzeit kein Handlungsbedarf: Wir erwarten für 2019 weiterhin ein Wachstum von 2,2 Prozent.

 

Positiv überrascht – auch in Europa

 

Auch in Europa gab es diese Woche einmal positive Nachrichten aus der Wirtschaft zu verneh-men. Zum einen fiel die Arbeitslosenquote im Euroraum mit 7,7 Prozent auf den tiefsten Stand seit mehr als einer Dekade. Und zudem wuchs das Bruttoinlandsprodukt zu Jahresbeginn mit
0,4 Prozent doppelt so schnell wie im Vorquartal. Auch dies hatten die Konjunkturbeobachter so nicht erwartet. Spanien profitierte von hohen Investitionsausgaben, Frankreich von der soliden Binnennachfrage und selbst Italien konnte die jüngste Rezession hinter sich lassen und dank zunehmender Exporte wieder Wachstum verzeichnen. Für Deutschland, die grösste Volkswirt-schaft innerhalb der Eurozone, werden die Wachstumsdaten erst Mitte Mai veröffentlicht. Es lässt sich aber jetzt schon errechnen, dass die langjährige Wachstumslokomotive in den letzten Wochen wieder etwas an Fahrt aufgenommen hat. Dies würde unsere Einschätzung unter-stützen, dass die Konjunkturschwäche des vergangenen Jahres zu einem Teil auf Sondereffekte zurückzuführen war.