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13.05.2019

USA gegen China – ein endloser Handelskonflikt?

Zwei Tweets und 102 Wörter von US-Präsident Donald Trump genügten, um die zwischenzeitliche Ruhe an den Finanzmärkten diese Woche zu unterbrechen.

Die Bilanz eine Woche nach dem jüngsten Twitter-Sturm beläuft sich auf Kursverluste von zwei bis drei Prozent bei den Blue Chips in der Schweiz und den USA, ein noch deutlich grösseres Minus am chinesischen Aktienmarkt sowie einen generellen Anstieg der Volatilität. Der Opti-mismus bezüglich einer baldigen Einigung im Handelskonflikt ist vorerst der Ernüchterung gewichen.

 


Weiterhin keine Lösung in Sicht

 

Technologietransfer, der Schutz geistigen Eigentums und Subventionen für chinesische (Staats-)Unternehmen – es sind weiterhin diese Themen, welcher einer Lösung im Weg stehen. Den USA genügt es nicht, dass China einfach nur mehr Agrarrohstoffe kauft. Insbesondere soll eine Ein-igung in den kritischen Punkten auch gesetzlich verankert werden. Dagegen sträuben sich die Chinesen aber vehement. Zu bieten haben die Amerikaner dem Wirtschaftsrivalen allerdings wenig. Selbst die von China geforderte Rücknahme der bisher verhängten Strafzölle steht für sie derzeit nicht zur Debatte. Die Verhandlungen könnten somit auch allein daran scheitern, dass Chinas Präsident Xi Jinping aus Angst vor einem Gesichtsverlust zu Hause lieber in einen Handelskrieg zieht.

 

 

 

Mit Blick auf die US-Wahlen 2020  

 

Donald Trump scheint momentan also am längeren Hebel zu sitzen. Mittelfristig gibt es aber auch für ihn Zwänge: vor allem die Wahlen 2020. Mit seiner aggressiven Aussenpolitik hat Trump einem Teil seiner Klientel keinen grossen Gefallen getan. Die Zölle auf Stahl und Alu-minium beispielsweise brachten mindestens so viele Verlierer wie Gewinner hervor. Die Zölle auf Agrarrohstoffe führen dazu, dass viele Farmer inzwischen auf ihren Produkten sitzenbleiben. Sollte der US-Präsident weiter an der Zoll-Spirale drehen und auch noch Zölle auf die restlichen chinesischen Exporte im Wert von rund 325 Milliarden US-Dollar erheben, so würde dies breite Konsumentenschichten treffen. Mit dem Wahlsieg im Blick wäre es nicht verwunderlich, wenn er seinen Wählern in der heissen Phase des Wahlkampfs lieber einen «Deal» präsentieren wollte. Vielleicht sind ihm Sojabohnen am Ende doch wichtiger als wirtschafts- und sicherheitspolitische Fragen.